Ausschuss besichtigt den Neuenrader Stadtwald

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Kämmerer Gerhard Schumacher (rechts) und Förster Franz-Josef Stein (mitte) mit Bernd Josef Schmitt, Vorsitzender des Regionalforstamtes Märkisches Sauerland (zweiter von rechts) begleiteten die Ausschussmitglieder während ihrer Tour durch den Wald.

Neuenrade - Zur gemeinsamen Besichtigungen dreier Standorte im Neuenrader Stadtwald machten sich am Mittwoch die Mitglieder des Ausschusses für Umweltschutz und Forsten auf. Danach stimmten sie bei der sich anschließenden Sitzung im Rathaus für den Wirtschaftsplan des Stadtwaldes für das Forstwirtschaftsjahr 2015.

Wenn der Rat später dieser Beschlussempfehlung zustimmt, wird am Ende eine „schwarze Null“ stehen.

Unterhalb des Quittmannsturmes konnte eine ökologische Ausgleichsfläche nicht wie vorgesehen im Frühjahr dieses Jahres angelegt werden, erfuhren die Teilnehmer vor Ort von Kämmerer Gerhard Schumacher und Förster Franz-Josef Stein. Grund dafür sei die starke Trockenheit in den Monaten März und April gewesen. Die Pflanzungen würden aller Voraussicht nach in der zweiten Novemberhälfte nachgeholt – da es sich um Laubbäume und Sträucher handelt, mache das herbstliche Wetter dabei nichts aus, erklärte Stein.

Die ökologische Ausgleichsfläche finanziere der Märkische Kreis, da der an anderen Stellen Flächen versiegele – zum Beispiel zum Straßenausbau, so Schumacher. Die Stadt Neuenrade stelle die Fläche zur Verfügung und könne den Bereich deshalb nicht weiter als Wirtschaftswald nutzen.

Die Wiederaufforstungsmaßnahme einer Kyrillfläche im Bereich Rüterschlad mit Douglasie und Fichte steht erneut im Wirtschaftsplan für das Forstwirtschaftsjahr 2015, da die Nadelbäume ebenfalls wegen der Trockenheit nicht in diesem Jahr gepflanzt werden konnten. Das Novemberwetter bekäme den Bäumen nicht, weshalb die Maßnahme bis zum nächsten Frühjahr warten muss.

Bei einem Stopp am Waldfriedhof sprachen die Ausschussmitglieder unter anderem über die Beständigkeit des bisher nach Kyrill entstandenen Mischwaldes aus elf Baumarten sowie über Schutzmaßnahmen gegen Wildverbiss.

In der Ausschusssitzung im Ratssaal wurde der Wirtschaftsplan für das Forstwirtschaftsjahr 2015 schließlich detailliert vorgestellt und abgesegnet. Es werden Kosten in Höhe von 106 871,40 Euro sowie Bruttoerlöse von 107 598 Euro kalkuliert. Daraus lassen sich Nettoerlöse von 726,60 Euro errechnen – was unterm Strich eine „schwarze Null“ bedeutet.

Das leicht positive Ergebnis ließe sich unter anderem durch die gute Holzmarktlage und passende Bestände im Revier Affeln erklären. Gerhard Schumacher berichtetet, dass die Gewinne aus den Forstorten Imberg und Hestenberg/Ennest herangezogen würden, um die nötigen Arbeiten im Revier Neuenrade zu finanzieren. „Das ist eine forstfachlich angezeigte Maßnahme und bedeutet auf keinen Fall, dass wir in Affeln Raubbau betreiben“, betonte Schumacher. Georg Cormann, zuständig für den Forstbetriebsbezirk Affeln, berichtete von einem mit Rotbuchen ummantelten Küstentannen-Wald – einem sturmsicheren Mischwald – der zuletzt angelegt worden war. Weiterer Versuch im Revier Affeln: Zur Probe sind 100 Nordmanntannen gepflanzt worden. „Die sind widerstandsfähig bei Trockenheit und taugen nicht nur als Weihnachtsbäume“, sagte Cormann.

Von Kristina Köller

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