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Fahndungsdruck wird erhöht

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Von: Peter von der Beck

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Vermutlich eine Gruppe von Jugendlichen oder jungen Erwachsenen demolierte die großen Lichteinlässe an der Seite der Turnhalle, demolierte mit Panzerglas gesicherte Türen an Turnhalle, Hallenbad und Jugendzentrum. Auch Autos und Karussell Karlo wurden beschädigt.
Vermutlich eine Gruppe von Jugendlichen oder jungen Erwachsenen demolierte die großen Lichteinlässe an der Seite der Turnhalle, demolierte mit Panzerglas gesicherte Türen an Turnhalle, Hallenbad und Jugendzentrum. Auch Autos und Karussell Karlo wurden beschädigt. © von der Beck

Die Polizei ist den Tätern, die in der Nacht zu Silvester erhebliche Zerstörungen in Neuenrade anrichteten offenbar dicht auf den Versen. Die Polizei geht von einer Gruppe Jugendlicher oder junger Erwachsener aus. Außerdem konnte sie den Tatzeitraum eingrenzen.

Hoher Schaden an Schulgebäuden

Neuenrade – Es wird eng für die Übeltäter, die in der Silvesternacht im Stadtgebiet Neuenrade und vor allem am Schulkomplex Niederheide einen enormen Schaden angerichtet haben. Sie demolierten massive Türen an mehreren Gebäuden und die seitlichen Licht-Einlässe an der großen Turnhalle. Nach Einschätzung der Polizei beläuft sich der Schaden an den Schulgebäuden auf 40 000 Euro. Hinzu kommen Schäden an Autos und am Karussell Karlo. Die Schäden am öffentlichen Eigentum müssen letztlich die Bürger bezahlen, es sei denn, die Täter werden erwischt und können zur Kasse gebeten werden.

1000 Euro Belohnung

Die Chancen stehen dafür nicht schlecht, zumindest wird der Fahndungsdruck jetzt massiv erhöht: In der Umgebung des Niederheidekomplexes werden nun provisorische Plakate aufgehängt, die noch einmal auf die Belohnung in Höhe von 1000 Euro hinweisen, die der ob des Vandalismus erschütterte Bürgermeister für Hinweise ausgelobt hatte, die zur Ergreifung der Täter führen.

Neue Zeugen

Es gibt wohl Zeugen, die sich nach der SV-Berichterstattung beim Bürgermeister und der Polizei gemeldet haben. Zudem will man alles, was an Videoaufzeichnungen zur Verfügung steht, unter die Lupe nehmen. Da gibt es die eigenen Videoaufzeichnungen vom Schulkomplex. Die dürfen aber nur von einem bestimmten Personenkreis – darunter eben die Polizei – ausgewertet werden. Auch bei Aldi will man nachfragen, denn auch dort gibt es Kameras, sagte Ira Valsamidou, Bereichsleiterin und Juristin, in deren Ressort nicht nur der Schulkomplex, sondern auch die technische Überwachung fällt.

Belohnung wird eventuell erhöht

Zudem nahm sie am Donnerstag weitere Videoaufnahmen entgegen, die ein potenzieller Zeuge geliefert hatte. „Es geht darum, im räumlichen Umfeld der Tatorte verwertbares Material zu bekommen.“ Klar scheint inzwischen zu sein, dass es sich nicht um einen Einzeltäter handelt, sondern um eine Gruppe. Valsamidou berichtete von einer weiteren Entwicklung: „Wir haben Anrufer, die bereit sind, Geld für eine noch höhere Belohnung zu geben.“ Weitere Verwaltungsmitarbeiter berichteten, dass im Städtchen die Stimmung aufgewühlt sei, wenn es um das Thema Vandalismus geht – wohl auch im Kontext um die Vorgänge während der Silvesternacht in den Großstädten. Auch wurde auf die Vielzahl der Kommentare in sozialen Netzwerken rund um die Vorgänge in Neuenrade verwiesen.

Videoüberwachung künftig erweitern?

Ira Valsamidou ist jedenfalls irritiert, vielleicht auch erschüttert angesichts der Zerstörungswut. „Das ist ein erheblicher Verstoß gegen unsere Gesellschaftsordnung, ein Schlag ins Gesicht.“ Das komplette Schulgelände einschließlich der Sportareale per Video zu überwachen sei nicht so ohne weiteres möglich, sagte die Juristin. Nach aktueller Rechtsprechung habe der Datenschutz höhere Priorität. Nun aber biete der erhebliche Vandalismus wohl eine Möglichkeit, die Überwachung auszuweiten. „Das muss ich im Detail prüfen,“ sagte Valsamidou.

Zeugenbefragung

Bei der Polizei ist man derweil noch mit den Ermittlungen befasst. Am Freitag liefen noch aktuelle Zeugenbefragungen. Zudem steht die Begutachtung von mehreren Videos aus. Inzwischen gehen die Ermittler davon aus, dass die Taten zwischen 23 Uhr und Mitternacht begangen wurden. Bei den Tätern soll es sich um mehrere Jugendliche oder junge Erwachsene handeln. . In der kommenden Woche werde man sicher weitere Erkenntnisse haben, ließ Polizeisprecher Marcel Dilling durchblicken.

KOMMENTAR

Zerstörungswut trifft uns alle

Es ist eine unschöne Entwicklung. Massive Schäden werden verursacht und das passiert nicht zum ersten Mal in Neuenrade. Zu Bruch geht in erster Linie das, was der Gemeinschaft dient. Es waren das neue Spielareal, die Schule, und zum wiederholten Mal die Turnhalle, die beschädigt wurden. Kunst im öffentlichen Raum wurde schon genauso demoliert. Wer auch immer dafür verantwortlich ist, der schadet uns allen. Denn die Gemeinschaft – das sind wir: Mögen wir Kevin, Heinz oder Mehmet heißen, Lara und Habibe oder Carlos, Vlad oder Piriyanga – eben alle, die mit ihrem Verhalten und Steuern diese Werte schaffen. Der Staat ist nicht anonym. Der Staat sind wir.

Für die Zerstörungswut der Täter mag es viele Väter geben: Vermeintliche Perspektivlosigkeit, Neid, Erziehung, Dummheit, Frust, Wut oder auch Ablehnung unserer Gesellschaft, was auch immer. Für die Ursachen kann man Verständnis haben, es rechtfertigt die Taten aber nicht. Eine merkbare Buße muss für die Täter folgen.

Ich glaube, jeder hat die Chance, sich im Leben anständig zu verhalten und einen Platz in dieser Gesellschaft zu finden. Das kann nur gelingen, wenn sich die Menschen mit den Grundsätzen unserer Gemeinschaft identifizieren. Daran müssen wir alle arbeiten.

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