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Siebenstelliger Invest: Bültmann baut gigantische PV-Anlage

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Von: Maximilian Birke

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Gigantische Ausmaße: Die Solarmodule werden in drei langen Reihen auf dem Firmenareal aufgebaut.
Gigantische Ausmaße: Die Solarmodule werden in drei langen Reihen auf dem Firmenareal aufgebaut. © Birke, Maximilian

Eine große Investition in die nachhaltige Energieerzeugung tätigt dieser Tage die Firma Bültmann. In unmittelbarer Nähe des Bahnhofs Küntrop lässt das Unternehmen mit Schwerpunkt im Maschinen- und Anlagenbau eine riesige Fotovoltaik-Anlage auf dem Firmengelände aufbauen.

Küntrop – Siebenstellig ist die Summe, die in das Projekt fließt, lässt Geschäftsführerin Petra Bültmann-Steffin durchblicken. Konkreter wird sie bei den Leistungsdaten: 780 Kilowattpeak (kWp) soll die Anlage zukünftig in der Spitze liefern, was beachtlichen 780 000 Watt entspricht. Der Strom wird allerdings nicht in das öffentliche Netz gespeist, sondern direkt im Industriegebiet Küntrop verbraucht.

„Wir führen ein Kabel unter der Straße hindurch zu einem Trafo-Häuschen der Firma Alcar“, erklärt Bültmann-Steffin. Denn die Firma Alcar – ein Unternehmen, das Autofelgen aus Aluminium herstellt – wird den Strom abnehmen. „Ursprünglich wollten wir die Anlage für unseren Eigenbedarf nutzen“, sagt die Geschäftsführerin.

Allerdings habe man sich aus praktischen Gründen dagegen entschieden. Die Fläche, auf der das Projekt derzeit in rasendem Tempo realisiert wird, soll nämlich ausgenutzt werden. Dadurch entsteht eine 20 000 Quadratmeter umfassende Fotovoltaik-Anlage, die mehr Strom erzeugt, als Firma Bültmann selbst benötigt.

Die Strommenge auf Bültmann und Alcar aufzuteilen, wäre nicht besonders sinnvoll, meint die Geschäftsführerin. Dafür hätte der Strom erst zum Trafohäuschen von Alcar geleitet werden müssen und von dort aus wieder zurück zu Bültmann – oder man hätte eine zweite Trafostation gebraucht. Aus diesem Grund sollen nun 100 Prozent des Solarstroms an Alcar verkauft werden.

In großen Paketen werden die Module angeliefert, die dann auf einer Ständerkonstruktion montiert werden.
In großen Paketen werden die Module angeliefert, die dann auf einer Ständerkonstruktion montiert werden. © Birke, Maximilian

„Unser Ziel ist es aber, auch für unsere Firma eine Autarkie bei der Stromversorgung zu erreichen“, betont Petra Bültmann-Steffin. Derzeit werde deshalb geprüft, an welchen Stellen das Firmengebäude mit zusätzlichen Solarmodulen auf dem Dach und an den Außenwänden ausgestattet werden kann. Die Idee für das Großprojekt sei während der Teilnahme am Projekt Ökoprofit im Märkischen Kreis entstanden.

Die gerade im Bau befindliche PV-Anlage beinhaltet etwas abseits gelegen auch eine sogenannte Agri-PV-Anlage, die 60 kWp leisten soll. Dabei handele es sich um eine Art Solarzaun, der auf beiden Seiten mit Solarmodulen ausgestattet ist, die nach Westen und Osten ausgerichtet sind. „Das bietet den Vorteil, dass der Strom über den Tag gleichmäßiger produziert wird als bei einer Anlage, die nur nach Süden ausgerichtet ist“, erläutert die Geschäftsführerin.

„Zudem kann die Fläche zwischen den Zaunelementen landwirtschaftlich genutzt werden, beispielsweise für Gemüseanbau oder Freilandhühner.“ Konkrete Pläne für die Nutzung seien derzeit noch in Arbeit.

Fürs Erste ist man bei Bültmann stolz, einen Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung in Neuenrade leisten zu können. Das Unternehmen, das die Anlagen in Küntrop realisiert, sei zudem ein junges Start-up aus dem Sauerland. Auch darüber sind die Verantwortlichen bei Bültmann glücklich, schließlich lässt sich so die heimische Wirtschaft unterstützen.

Die Inbetriebnahme war ursprünglich für Januar geplant, den ersten Strom wird die Anlage aber wohl erst im März 2023 produzieren. Auch wenn das ausführende Bauunternehmen in der vergangenen Woche bereits Nägel mit Köpfen gemacht hat und ein großer Teil der Anlage in rasendem Tempo aufgebaut wurde, sind doch noch viele Feinarbeiten an der Elektronik zu erledigen. Und eben dabei gebe es zurzeit Probleme, denn einzelne Bauteile haben lange Lieferzeiten.

Gigantische Ausmaße: Die Solarmodule werden in drei langen Reihen auf dem Firmenareal aufgebaut.
Gigantische Ausmaße: Die Solarmodule werden in drei langen Reihen auf dem Firmenareal aufgebaut. © Birke, Maximilian

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