Shale-Gas: Bald Ergebnisse der Voruntersuchungen

+
Gegner der Gasbohrungen bei der Gründung der Interessengemeinschaft. ▪

NEUENRADE ▪ Heute trifft sich die Interessengemeinschaft gegen Gasbohrungen in der Neuenrader Gaststätte „Zur Eule“ und diese entschiedenen Gegner dieses Vorhabens planen ihre weitere Schritte. Ziel ist es, weit im Vorfeld mögliche Bohrungen des Claim-Inhabers Wintershall zu verhindern.

Es ist eine illustre Runde, die sich vor gut einem Monat in der Eule gründete: Ein pensionierter Rechtsanwalt ist dabei, politisch sehr Aktive oder auch ein Mann, der schlechte Erfahrungen mit Ressourcen fressenden Konzernen im Ausland gemacht hat, bis hin zu Menschen, die „Stuttgart 21“ befürchten, wenn nichts unternommen werde. Und es sind nicht nur Neuenrader, auch Werdohler und Altenaer sind dabei. Hinzu kommen etliche Kommunalpolitiker, die im Informationsverteiler sind, aber nicht unbedingt Mitglied der Initiative.

Jetzt wird die Geschichte um die eventuellen Gasvorkommen wieder befeuert. Die Bezirksregierung will größtmögliche Transparenz schaffen, so verkündete sie unlängst in einer umfassenden Pressemitteilung. Und so beraumt sie für den 23. März ein Expertenfachgespräch mit rund 80 Gästen und acht oder neun Experten zu dem Thema an. Doch es ist eben nicht jeder eingeladen. Der Fokus liege ausschließlich auf das aktuelle Vorhaben in Nordwalde und Vorhaben von denen man wisse, dass Anträge auf Probebohrungen gestellt würden. Und Wintershall, Claiminhaber unter anderem für das Sauerland, komme da gar nicht vor, sagte eine Sprecherin.

Wie weit die Untersuchungen seitens Wintershall gediehen sind, teilte der Sprecher von Wintershall, Stefan Leunig, mit. Demnach würden jetzt ohnehin nur geologische Voruntersuchungen laufen. Dabei würden die Geologen die Schieferstrukturen auf mögliche Schiefergasvorkommen hin anschauen. Der Fokus liege dabei auf jenen Gesteinsschichten, die nahe an der Oberfläche liegen würden. In vier bis fünf Wochen könnte es da erste Vor-Ergebnisse geben. Welche Gebiete da in Frage kämen, könne er daher noch gar nicht sagen. Schließlich gehe es um ein Areal von rund 4000 Quadratkilometern. Gegebenenfalls werde auch mit jeweils einzeln zu beantragenden flachen „Kern“-Bohrungen bis zu 200 Meter Tiefe operiert, mit der Gesteinsproben für die weitere geologische Untersuchung genommen würden. Bevor Wintershall dort – frühestens im Sommer 2011 – anfange, würde das Unternehmen auch die Öffentlichkeit umfassend informieren. Überhaupt führe das Unternehmen derzeit Gespräche auf allen Ebenen der Politik und Öffentlichkeit.

Außerdem müssten Probebohrungen, erst wiederum beantragt werden. Bis fünf Bohrungen kämen in Frage. Wintershall plane zudem keine Tiefbohrungen oder Frac-Operationen in NRW, sondern beteilige sich nur an diesen wissenschaftlichen Voruntersuchungen. Und: „Die Frage, ob Shale- (Schiefer-) Gas in Deutschland überhaupt wirtschaftlich, nachhaltig und umweltverträglich gefördert werden kann, lässt sich heute nicht fundiert beantworten“, schreibt Leunig. Zudem fördere Wintershall weder international noch in Deutschland Schiefergas. ▪ Peter von der Beck

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare