Sexuelle Nötigung im Bus

Ein Neuenrader stand wegen sexueller Nötigung vor dem Altenaer Amtsgericht.

NEUENRADE ▪ Weil er sich einer 17-Jährigen gegen deren Willen auf sexuelle Weise genähert hatte, musste sich ein junger Neuenrader gestern wegen sexueller Nötigung vor dem Amtsgericht Altena verantworten.

Am Ende verließ er den Gerichtssaal mit einem zweiwöchigen Dauerarrest und der Auflage, 1500 Euro Schmerzensgeld an die Geschädigte zu zahlen. Mit gesenktem Kopf saß der 19-Jährigen auf der Anklagebank. Dort räumte er kleinlaut den Übergriff auf sein Opfer ein.

Es war am 21. Juli vergangen Jahres, als der Angeklagte sich im Bus der Linie 64 in Richtung Küntrop neben das Mädchen setzte. Nachdem die 17-Jährige sich gegen einen Versuch des Neuenraders sie zu küssen zur Wehr setzte, zwang der Angeklagte ihr einen Zungenkuss auf. Anschließend berührte er das Mädchen unsittlich unter der Kleidung.

Vor Gericht gab der Mann an, vor der Tat viel Wodka getrunken zu haben. „Ich habe sie angefasst und auch geküsst. Sie hat mich weggedrückt. Ich weiß, sie wollte das nicht, aber ich war besoffen, ich war nicht unter Kontrolle. Ich weiß ich bin schuldig.” Der Neuenrader zupfte während seiner Aussage immer wieder nervös an seiner Unterlippe. Dann sorgte er bei den Anwesenden mit dem Satz „Ich muss heute noch arbeiten” für fassungslose Gesichter.

Mit seinem Geständnis ersparte er der 17-Jährigen eine Zeugenaussage. Das Mädchen blieb aber für den Rest der Verhandlung im Saal sitzen, was beim Angeklagten ein merklich unwohles Gefühl verursachte, denn er schaffte es nicht, der Geschädigten in die Augen zu blicken. Und so wirkte auch seine stammelnd vorgebrachte Entschuldigung eher halbherzig.

Am Ende wirkten sich der Umstand, dass der Angeklagte zur Tatzeit unter Alkohol stand und das Geständnis positiv auf die Urteilsfindung aus. Der Vertreter der Nebenklage, Dominik Petereit, richtete sich in seinem Plädoyer noch einmal direkt an den Neuenrader, um ihm das Ausmaß der Tat bewusst zu machen: „Sie haben möglicherweise das Leben einer jungen Frau kaputt gemacht. Und Sie denken hier an ihre Arbeit. Da fehlt mir jedes Verständnis.”

Das Urteil gegen den Neuenrader ist noch nicht rechtskräftig.

Jana Peukert

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