Am Semberg: Teurer Ausbau mit Bürgersteig wohl vom Tisch

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Dieser Teil der Straße Am Semberg ist nicht ausgebaut. Ein FWG-Antrag wurde wegen der horrenden Kosten modifiziert.

Neuenrade - Das letzte Stück der Straße Am Semberg (dort gibt es zwei Kindertagesstätten) ausbauen, um den Weg der Kita-Kinder sicherer zu machen – so lautet die Kernaussage eines Antrages der Freien Wählergemeinschaft Neuenrade, der bei den Anliegern für Diskussionsstoffe sorgt.

Dazu hatte die Verwaltung gleich eine ungefähre Schätzung zu den Kosten aufgelegt (rund 280 000 Euro), an denen eine überschaubare Anzahl von Anwohnern mit vier- und fünfstelligen Summen dabei gewesen wären. Im Bauausschuss, in welchem der Antrag diskutiert wurde, nannte die Verwaltung dann auch Zahlen. Die Spanne reichte von 3900 bis 13 000 Euro Kosten für die Anwohner gemäß dem Kommunalabgabengesetz. 

Einige Anlieger besuchten zu dem Thema jetzt auch die Bauausschusssitzung und zeigten gesteigertes Interesse an der Sitzung. FWG-Mitglied Detlef Stägert erläuterte noch einmal den Antrag. „Uns war aufgefallen, dass der Bürgersteig zu 80 Prozent vorhanden ist und die letzten 20 Prozent fehlen. Aber wir waren auch geschockt, als wir hörten, was alles auf die Anlieger zukommt.“ 

Suche nach günstigerer Lösung

Stägert wand sich sichtlich auf seinem Stuhl während der Ausschusssitzung und sagte, dass man nach einer kostengünstigeren Lösung suchen sollte. Da müsse ein Interessensausgleich gefunden werden, ließ er durchblicken. Da sei ja die Sicherheit der Kinder, aber auch die extrem hohen Kosten für die Anlieger. 

Marcus Henninger, Bauamtsleiter, wies noch einmal darauf hin, dass es sich bei den genannten Summen um Planzahlen handele. Die Verwaltung wolle „mit diesen Zahlen niemanden erschrecken. Wir wollten aber deutlich machen, was ein Ausbau bedeuten würde.“ Er wies darauf hin, dass ein Gehweg-Anbau nicht realisierbar sei, stattdessen nur ein Ausbau der Straße. 

Sackgassenregelung ist keine Option 

Der stellvertretende CDU-Fraktionschef Daniel Wingen fragte vor diesem Hintergrund nach, ob denn der FWG-Antrag so bestehen bleibe. „Wir würden ihn sonst ablehnen“, sagte Wingen. Für eine Alternativlösung sei die CDU-Fraktion aufgeschlossen. Stägert deutete an, dass der Antrag in Richtung „Lösung suchen“ geändert werden könnte. Frank Bäcker, SPD-Vertreter, sagte, was er von dem FWG-Antrag hielt: „Diese horrenden Kosten – jemand beantragt und andere sollen bezahlen, das ist problematisch.“ 

Im weiteren Verlauf der Sitzung ging es um mögliche Alternativen oder Fördermöglichkeiten. Zumindest Fördermöglichkeiten seitens des Landes sind wohl nicht drin. Letztlich wurde ein Ortstermin und Diskussion mit den Anliegern seitens der Verwaltung vorgeschlagen. FWG-Mitglied Heinz Friedriszik regte an, eine Zählung durchzuführen, wie viele Kinder betroffen seien. Dann habe man eine Datengrundlage. SPD-Mitglied Bäcker merkte an: „Komisch, ich dachte, Ihr hättet mal geschaut und das längst festgestellt“. 

Ortstermin vereinbart

Letztlich wurde vereinbart, dass man in Abstimmung mit den Anwohnern einen Ortstermin vereinbart, um eine Lösung ohne Ausbau zu finden. Ein Anwohner meldete sich am Ende der öffentlichen Sitzung: „Gut, dass der Antrag modifiziert wurde.“ Von Seiten der Anwohner wurde auch das Thema Sackgasse ins Spiel gebracht. Doch Bauamtsleiter Marcus Henninger wies darauf hin, dass das keine Option sei. Da werde seitens der Verkehrsbehörden wohl kein Segen kommen. Schließlich sei der Semberg eine Durchgangsstraße.

Von Peter von der Beck

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