Seltene Radierung mit Neuenrade als Motiv für das Stadtarchiv

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Der ehrenamtliche Stadtarchivar Dr. Rolf-Dieter Kohl präsentiert die originale Radierung von Waldemar Hoya.

Neuenrade - Genau weiß es der Stadtarchivar und Historiker Dr. Rolf-Dieter Kohl auch nicht, warum der eine oder andere dem Stadtarchiv etwas vermacht oder einen Nachlass zukommen lässt. Aber er vermutet, dass die Menschen es beim Archiv sicher verwahrt wissen.

Zudem gehe es dabei auch um die Würdigung eines Verstorbenen, seines Werkes und seiner Hinterlassenschaften. „Wir sind gut darin, Dinge zu ordnen und aufzubewahren. Und die Familien sind jederzeit in der Lage an die Sachen dranzukommen“. Häufig verbergen sich in den Nachlässen durchaus Schätze. 

Und so hat er jüngst Besuch von einer Familie Middelhoff aus Baden-Württemberg bekommen, die dem Stadtarchiv persönliche Unterlagen des ehemaligen Neuenraders Eugen Middelhoff überließen. 

In dem Nachlass des 1964 im Alter von 65 Jahren verstorbenen Middelhoff befinden sich persönliche Unterlagen wie Material zur Ahnenforschung, ein Wehrpass, Orden und Ehrenzeichen, Briefschriften und eben auch ein Bild mit einer feinen Ansicht Neuenrades. 

Ansicht der Stadt in den 30er-Jahren 

Es handelt sich dabei um eine Radierung, die Neuenrade in den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts zeigt. Die Perspektive des Künstlers ist vermutlich der Blick auf Neuenrade von der Dahler Straße aus. Das Bild ist mit einer Widmung versehen. „Zur Erinnerung an den Sanitätshalbzug von 1935“. Die Radierung mit der Stadtansicht passe hervorragend in das Stadtarchiv. 

Mit dem Urheber der Radierung hat sich Rolf Dieter Kohl nun eingehender beschäftigt. Es handelt sich in dem Fall um Waldemar Hoya. Ein umtriebiger und zu seiner Zeit recht bekannter Maler und Grafiker, von dem noch etliche Radierungen, die er in ganz Deutschland angefertigt hat, existieren. Hoya stammte ursprünglich aus Dortmund und starb 1952 im Alter von 63 Jahren in Lippstadt. 

Die Neuenrader Ansicht (handsigniert) hat der Künstler, so die Einschätzung von Kohl, etwa Mitte bis Ende der 20er-Jahre des vorigen Jahrhunderts angefertigt. Ob der Künstler Hoya nun selbst in Neuenrade war oder eine Postkarte oder Foto als Vorlage genommen hat, kann der Stadtarchivar heute natürlich nicht mehr sagen. 

Wohl nur noch ein weiteres Exemplar 

Die Neuenrade-Radierung von Hoya ist selten. Wohl nur noch ein weiteres Exemplar befindet sich im Besitz eines Neuenrader Unternehmers. Rolf-Dieter Kohl hat sich umgehört. Radierungen von Hoya würden teils zu Preisen von 200 Euro gehandelt. Je nach Motiv gibt es auch schon Exemplare/Drucke von Hoya für 80 oder 90 Euro in Antiquariaten. 

Dr. Kohl freut sich nun, eine weitere Ansicht von Neuenrade aus einem anderen Zeitalter zu haben. Die älteste Ansicht Neuenrades, eine kolorierte Federzeichnung, stammt aus dem Jahr 1771 und zeigt die Stadt mit Stadtmauern und drumherum alle Grundstücksparzellen mit zugehörigen Namen. 

Weitere künstlerischen Ansichten gibt es aus den Jahren 1850 und 1852.

Von Peter von der Beck

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