Sand in Turn- und Jutebeuteln

Selbsthilfe verhindert Überflutung einer Kita

Der untere Bereich des an den Rüterbruch angrenzenden Kita-Geländes war vollkommen überspült. Der Spielplatz lag komplett unter Wasser.
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Der untere Bereich des an den Rüterbruch angrenzenden Kita-Geländes war vollkommen überspült. Der Spielplatz lag komplett unter Wasser.

„Wir sind mit einem hellblauen Auge davon gekommen“, sagt Nina Kersting-Dunker. Sie ist die kaufmännische Leiterin der Villa mittendrin in Neuenrade

Die Folgen des Starkregens der vergangenen Woche hielten sich für die Kita am Rüterbruch noch einigermaßen in Grenzen – auch, weil es viele Helfer gab. Mit vereinten Kräften und nachbarschaftlicher Hilfe sowie Unterstützung durch Hausmeister Günter Nörtling sei es gelungen, das Kita-Gebäude trocken zu halten.

Schäden habe es im Grunde nur im unteren Bereich des Geländes gegeben. Der Spielplatz der Tagespflege und der Parkplatz hätten unter Wasser gestanden. In der Tat. Das Bächlein, das sich sonst gemütlich über das Kita-Gelände schlängelt, wurde zum reißenden Strom, nahm Geröll und Äste mit, auch war der Ablauf, der unter der Straße herführt, nicht mehr in der Lage, die Wassermassen zu verarbeiten – es gab einen Rückstau.

Sandsäcke waren nicht zu bekommen

Im oberen Bereich musste gegen das Wasser gekämpft werden. Wie Nina Kersting-Dunker erläuterte, improvisierte man, um Schlimmeres zu verhindern. Ein Anruf bei einschlägigen Baufirmen machte schnell deutlich, dass Sandsäcke nicht zu kriegen waren. In der Villa, zu dem Zeitpunkt ohne Kinder, weil die Eltern ihre Sprösslinge frühzeitig abgeholt hatten, ließ man sich kurzerhand etwas Besonderes einfallen: „Die Helfer füllten Turnbeutel und Jutebeutel eben mit Spielsand aus dem Sandkasten und bauten auf diese Weise eine Barriere.

Und dank Hausmeister Nörtling wusste man auch, was noch zu tun war. Nörtling, der im Baugewerbe reichlich Erfahrung habe, wies darauf hin, dass der Damm des Teiches Entlastung brauche. Denn, der Fischteich habe der Wassermassen kaum Herr werden können. Glück hatte das Team der Kita dann, dass „ohnehin Firma Wiesemann auf dem Gelände zu tun hatte“. So wurde durch die Garten- und Landschaftsbauer kurzerhand ein zusätzlicher Ablauf für den Fischteich per Bagger geschaffen, berichtet Kersting-Dunker. Auch auf Anraten und mithilfe von Hausmeister Nörtling zogen die Helfer dann entsprechende Gräben im Gelände, um das Wasser abzuleiten.

Weitere Drainagen sollen angelegt werden

Für die Zukunft weiß Kersting-Dunker auch, wo noch Drainagen anzulegen sind, um den Kindergarten zu schützen. Sicher sei das kein Einzelereignis gewesen, vermutet sie. Auch über die Hilfsbereitschaft freuen sich Kersting-Dunker und Co. „Aus allen Löchern kamen plötzlich Menschen und halfen. Wir waren zwischen 20 und 25 Leute und haben das alles gut hingekriegt.“ Glück habe man gehabt, weil das Gelände gärtnerisch noch nicht hergerichtet gewesen sei. Sonst wäre der Schaden sicher höher gewesen, sagte Kersting-Dunker.

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