Seit zehn Jahren in den Ferien: Affeln statt Großstadt

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Ferienstimmung in Affeln: Knapp 70 Jungen und Mädchen der Gemeinde St. Franziskus Ibbenbüren verbrachten zehn Tage der Sommerferien rund um die Schützenhalle in Affeln.

Affeln - Die Kirchengemeinde St. Franziskus aus Ibbenbüren ist in diesem Jahr zum zehnten Mal in Folge auf Urlaub in der Affelner Schützenhalle und veranstaltet dort über zehn Tage mit 69 Jungen und Mädchen ein Ferienlager. Doch was reizt Jugendliche ihre Ferien in Affeln zu verbringen? Wir haben nachgefragt.

Bereits seit 40 Jahren findet die Ferienfreizeit statt. Anfänglich ging es in verschiedene Jugendherbergen und Schullandheime. Philipp Grove und Monique Lehmkuhl, die beiden Lagerleiter, erklären jedoch, dass es mittlerweile gar nicht mehr so einfach sei, eine passende Unterkunft zu finden. 

„Überall schließen die Jugendherbergen oder bieten nicht die entsprechenden Bedingungen für uns. Eine Großstadt zum Beispiel ist nicht geeignet für unsere Altersklassen, dort müssten wir noch intensiver auf die Kleinen aufpassen. Hier in Affeln können sie auch einfach mal auf dem Platz rund um die Schützenhalle spielen und sich selbst beschäftigen“, sagt Grove. Die Umgebung sei einfach ideal. Außerdem benötige man viel Platz für Aktivitäten, aber auch zum Schlafen und Essen. 

"In Affeln ist es einfach toll"

„So ist es in Affeln einfach toll, dass wir einen abgegrenzten Speiseraum mit Küche haben und dazu die riesige Schützenhalle, die wir in Schlaf- und Aufenthaltsbereich teilen können“, ergänzt Lehmkuhl. 

Die Jungen und Mädchen aus Ibbenbüren sind im Alter von sechs bis 14 Jahren und werden altersentsprechend in kleine Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe hat mehrere Betreuer als Ansprechpartner, so dass auch die 22 Betreuer aufgeteilt werden auf die Kleingruppen. 

In diesem Jahr sind es 69 Kinder, die für zehn Tage die Affelner Schützenhalle zu ihrem Hauptquartier gemacht haben. Und 2018 steht die Ferienfreizeit unter dem Motto „Voller Tatendrang und kreativ, entdecken wir das Sauerland als Detektiv“. So gibt es ein tägliches Programm. An einem Tag wurde beispielsweise das Spaßbad Aqua Magis in Plettenberg besucht und am Montag war die Gruppe im Freizeitpark Fort Fun in Bestwig. 

In einigen Jahren als Betreuer dabei 

Lilly-Sophie (13), Victoria (14) und Annika (13) sind bereits zum siebten beziehungsweise achten Mal mit der St.-Franziskus-Gemeinde Ibbenbüren in Affeln, sehr zu ihrem Bedauern aufgrund der Altersgrenze in diesem Jahr allerdings auch zum letzten Mal. „Es macht einfach Spaß hier zu sein und wir erleben und unternehmen so viel, was wir daheim in zehn Tagen nicht machen würden. Das Gesamtpaket ist einfach toll. Wir waren immer gerne dabei. Vielleicht fahren wir in ein paar Jahren als Betreuer wieder mit“, erzählen die Mädchen. 

Planungen laufen seit Jahresbeginn 

Die Lagerleiter erklären die Altersbegrenzung: „Irgendwann müssen wir einfach einen Schnitt machen. Sonst wird es schwierig, die passende Beschäftigung für alle zu finden. Die Spanne wäre andernfalls zu groß und wir könnten nicht mehr jedem Teilnehmer gerecht werden.“ 

Lilly-Sophie (13), Victoria (14) und Annika (13) kommen seit Jahren mit der Franziskus-Gemeinde nach Affeln.

Bereits Anfang des Jahres begannen die Vorbereitungen, der Ablauf wurde festgelegt und die Tagesprogramme organisiert. Um auch noch die letzten Details zu regeln, kommen einige der Betreuer meist schon drei Tage vor den Kindern und Jugendlichen nach Affeln. Mit einem Lastwagen werden dann Vorräte und auch Spielzeuge sowie Bastelmaterialien geliefert, damit während der Ferienfreizeit möglichst keine Langeweile aufkommt. 

Das dies nicht der Fall ist, war auch am Dienstag zu spüren, als die Teilnehmer Müslischalen bemalten, Gipsmasken bastelten, häkelten oder mit der Laubsäge arbeiteten. „Die Kinder haben keine Langeweile, suchen sich ihre Beschäftigungen auch mal selbst. Sie dürfen dann in kleineren Gruppen in den Wald oder nutzen den Sportplatz, um sich auszutoben“, sagt Grove. 

Suchspiel einer der Höhepunkte

Einer der Höhepunkte der Camptage in Affeln war das Betreuersuchspiel, bei dem die Kinder und Jugendlichen durch das Dorf ziehen und die immer paarweise verkleideten Betreuer suchen mussten. 

Selbstverständlich ist auch die Verpflegung wichtig. „Es schmeckt aber wirklich alles gut“, sagen die Teilnehmer. Von Hotdog und Pommes bis hin zur Spaghetti Bolognese und täglich Rohkost und Nachtisch, für jeden Geschmack sei immer etwas dabei und alle würden satt. Drei Betreuer sind für die Verpflegung zuständig. So werden täglich auch Kuchen gebacken, damit ein kleiner Snack am Nachmittag gesichert ist. 

Noch bis Donnerstag in Affeln

Noch bis Donnerstag sind die Kinder und Erwachsenen aus Ibbenbüren in der Schützenhalle – und auch im nächsten Jahr wollen sie auf jeden Fall wieder ihr Quartier in Affeln beziehen. 

„Nach dem Lager ist vor dem Lager. Während die Kinder von ihren Erlebnissen zu Hause erzählen, räumen wir die Schützenhalle auf und machen uns schon wieder erste Gedanken für das Lager im nächsten Jahr“, sagt Lagerleiter Philipp Grove.

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