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Seine Fotos sind Legende: Großes Interesse an Ausstellung von Klaus Storch

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Von: Peter von der Beck

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Heike und Klaus Storch vor der malerisch-märchenhaften Fotografie der jungen Frau im Fallschirmkleid.
Heike und Klaus Storch vor der malerisch-märchenhaften Fotografie der jungen Frau im Fallschirmkleid. © von der Beck, Peter

Es ist voll in den Räumen der Alten Apotheke. Das „Kunstfenster“ an der Ersten Straße ist gut besucht. Neuenrader diskutieren mit Klaus Storch oder seiner Frau Heike.

Sie schauen sich die Fotos in Ruhe an, manch einer lenkt den Blick auf die Decke, wo es spektakuläre Innenansichten des Altenaer Aufzuges gibt. Wieder andere staunen über die inszenierten Fotografien mit Models und Fallschirmen auf den Windrad-Baustellen. Die großen Porträts im Kunstfenster locken viele Neuenrader in die Galerie. Die überdimensionalen Fotografien sind ein Hingucker. Heike Storch führt Buch: In den paar Stündchen Öffnungszeit kommen im Schnitt 18 Besucher.

Und natürlich hat auch jede Fotografie ihre Geschichte, die Klaus Storch gerne erzählt. Wie die Büchereimitarbeiterin aus Norderney, die sich liegend mit dem wie ein gigantisches Ballkleid wirkenden Fallschirm inszenieren lässt – sogar unter Wasser. Der Aufwand ist jedes Mal enorm. Allein könnte Klaus Storch das nicht bewältigen. Heike Storch hilft, steuert ihren Teil bei der Entwicklung der jeweiligen Kunstwerke bei. Auch die Models entwickeln sich von Fotografie zu Fotografie weiter. Heike Storch lenkt den Blick auf ein Kunstwerk: „Man sieht direkt, wie sich die junge Frau immer mehr ihrer selbst bewusst wird.“

Klaus Storch hat den Blick fürs Detail

Klaus Storch hat Erfolg: Seine Industriefotos sind Legende. Er hat den Blick fürs Detail und weiß zu inszenieren. Ob es nun der schwer malochende Industriearbeiter ist, oder ein Stück Alu-Draht bei Elisental. Mit seinen Fotos offenbart er das Künstlerische eines Objekts oder erhöht ein Objekt zur Kunst, erweitert und schafft Neues. So inspirieren ihn die sternförmigen Ausstanzungen einer Reibe zu einem fotografischen Experiment. Klaus Storch sagt: „Die Ideen hören nicht auf.“ Er fotografiert mit seiner Nikon Vollformat. Der Pensionär hat gut zu tun mit seiner Kunst. Zwei bis drei Stunden pro Tag befasst er sich mit der Fotografie. Nicht immer ist alles erfreulich. So schickte ihm ein Windenergieanlagenhersteller einen Knebelvertrag mit der Maßgabe, alle Fotorechte abzugeben, ansonsten dürfe er nicht fotografieren. Etwas, was die SL Naturenergie, die auf dem Kohlberg sechs Windräder bauen lässt, gar nicht gerne hörte und Klaus Storch das Fotografieren auf ihren Baustellen ohne Auflagen erlaubte. Klaus Storch trifft in der Regel auf viel Verständnis und Hilfe. Es gibt viele Menschen, die Kunst fördern. Offenbar hat Storch inzwischen auch ein großes Netzwerk.

Gerne würde er in seiner Heimatstadt Altena, und nicht nur er allein, sein Werk in einer ähnlichen Galerie präsentieren. Eine kontinuierliche Präsentation von Kunst in leer stehenden Ladenlokalen scheine in Altena jedoch aktuell nicht möglich zu sein. Fruchtlose Gespräche habe man – das schließt mehrere Künstler ein – geführt. Und seitdem die Stadtgalerie in Altena nicht mehr existiere, gebe es keine Möglichkeit, bildende Kunst ansprechend und kontinuierlich zu präsentieren. In Altena gebe es quasi „nur Kabarett und Klavierspielen“, sagte Storch etwas pointiert beim Gespräch in der Galerie. Kunst dürfe auch nicht abseits gezeigt werden, sondern müsse im Fokus stehen. Aber Kunst „lebt auch von Laufkundschaft“, ließ er durchblicken. So blickt er, der ganz offensichtlich an Altena hängt, durchaus neidvoll gen Neuenrade: „Hier gibt es Menschen wie Ladenlokalbesitzer Bernd Buntenbach, der dann sagt: ,Hier, mach was draus.’“

Neuenrade punktet mit Kulturlandschaft

Er ist nicht der einzige Künstler, der das so sieht. Die Kulturlandschaft in Neuenrade ist für die Stadt zum Marketingbaustein geworden.

Kunstfreunde kommen in Neuenrade also auf ihre Kosten: Bis Freitag, 29. Oktober, sind die Werke von Klaus Storch noch im Kunstfenster zu sehen. Und in der Stadtgalerie gibt es auch reichlich Kunst: Tribus heißt die Ausstellung mit Werken von Claudia Ackermann. Die Öffnungszeiten der Stadtgalerie sind samstags von 10 bis 12 Uhr und sonntags von 15 bis 17 Uhr.

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