Rat segnet Haushaltsplan ab

NEUENRADE ▪ Es war die Stunde der Fraktionschefs – die konnten gestern Abend bei der Haushaltsverabschiedung das Forum für ihre Parteien oder Gemeinschaft nutzen. Bevor dann Haushaltsplan und Haushaltssicherungskonzept – einstimmig – verabschiedet wurden.

Es war ein Rundumschlag von Fraktionschef Alexander Klinke und er wurde philosophisch in seiner letzten Haushaltsrede. Mit einem fast düster-melancholischen Blick auf die weltpolitische Situation schaffte er es, den Bogen zu spannen über Europas Geschichte, die aktuelle große Politik bis zur Kleinstadt Neuenrade und den Problemen hier vor Ort. Auch den einen oder anderen Seitenhieb, den hatte er parat. So verwies er auf die Schuldenkönigin in Düsseldorf, die versuche, mit aller Gewalt aus Nordrhein-Westfalen das Griechenland Deutschlands zu machen. Doch so sei es nun einmal. Der verantwortungsvolle Umgang mit Geld, der fehle in allen Parteien. Wie dem auch sei: In Neuenrade habe man ordentlich gewirtschaftet. Und man werde sich gegen das äußere Unbill stemmen. Ziel könne es nur sein, die Infrastruktur in der Stadt „zielgerichtet“ zu erhalten. Und er sei für eine wirtschaftsfreundliche Kommunalpolitik – das sei die vernünftigste Sozialpolitik, die man machen könne. Auch zum Thema Stadtmarketing verlor er ein paar Worte: Dazu gehöre der Kaisergarten, der sei ein gigantisches Gemeinschaftswerk und ein Juwel und ein Trumpf für das Stadtmarketing. Er verwies auf ein lebendiges Vereins- und Kulturleben. All das gelte es für die Zukunft zu erhalten, die Stadt müsse „stinksolide weiter entwickelt“ werden. Das sei Aufgabe von Rat und Verwaltung, diese Verantwortung könne nicht „irgendwelchen Vereinen zugeschoben werden“. Versöhnliche Worte kamen von ihm zum Schluss seiner Rede: Gemeinsam sollten Rat und Verwaltung „unsere kleine Welt in Ordnung halten“ auf dass sich mit den „notwendigen neuen Strategien“ die „geliebte Stadt“ positiv weiterentwickeln werde.

Das Thema „Gemeinsam“ – das war auch das Zauberwort, das Ruth Echterhage, Fraktionschefin der FWG, zum Ende ihrer Rede – die sich hauptsächlich mit Stadtmarketing befasste – ins Spiel brachte. Jede Partei im Rat müsse sich mit all dem, was sie am besten könne für die Stadt einbringen. Der Mix aus wertkonservativen, bürgerlichen, liberalen, sozialen und grünen Schwerpunkten könne zum Erfolg führen. „Lassen sie uns nicht in kleinkarierten oder neidgeprägtem Denken verharren (...). Aufbruchstimmung sei gefragt um den Herausforderungen zu begegnen und Neuenrade zukunftsfähig zu machen.

Auch die weiteren Reden befassten sich mit den Einflüssen von außen. SPD-Fraktionschef Peter Müller kritisierte massiv die schlechte Verteilungspolitik, freute sich aber über die lokalen Investitionen für die Jugend. Claudia Kaluza, FDP-Fraktionschefin hieb in die gleiche Kerbe und hatte viel Lob für die Ehrenamtlichen übrig, die auch ihren Beitrag leisten würden (Feuerwehr), dass es mit Neuenrade nicht ganz so düster aussehe. Dietrich Maurer (Bündnisgrüne) sah die derzeitige Krise auch als Chance. Die könne man mit einer Verhaltensänderung jedes einzelnen Meistern.

Am Ende der Sitzung vereinbarten die Ratsmitglieder auf Vorschlag von Ruth Echterhage, eine Resolution zugunsten des Balver Krankenhauses zu formulieren.

(Die Reden gibt es im Wortlaut in Kürze auch unter www. come-on. de). ▪ Peter von der Beck

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