Luftsportverein Sauerland beim Saisonstart

Flugplatz Küntrop: Endlich können sie wieder in die Lüfte

Die Mitglieder, Flugschüler und Ausbilder des LSV in Küntrop haben am Wochenende bei optimalem Wetter wieder den Ausbildungs- und Flugbetrieb augenommen.
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Die Mitglieder, Flugschüler und Ausbilder des LSV in Küntrop haben am Wochenende bei optimalem Wetter wieder den Ausbildungs- und Flugbetrieb augenommen.

Die Anzeige des Thermometers kletterte am Samstag bis auf 19 Grad. Dazu wehte ein leichter, aber konstanter Wind. „Doch die schöne Witterung und die angenehme Thermik haben nichts damit zu tun, dass wir heute unseren Saisonstart begehen“, erklärte Joachim Kneer. Der 1. Vorsitzende des Luftsportvereins Sauerland (LSV) fuhr auf dem Neuenrader Flugplatz fort: „Das ist eher begründet in den sinkenden Inzidenzzahlen.“

Küntrop - „Schon im Vorjahr“, pflichtet ihm seine Tochter Marie, Jugendleiterin des Vereins, „konnten wir aufgrund des damaligen Lockdowns erst im Mai in die Saison starten.“ Normal dauere die Segel- und Motorflug-Saison von Ostern bis in den Spätherbst, klärt Joachim Kneer auf.

Er konkretisiert: „Bisher waren in diesem Jahr auch keine Schulungen möglich.“ Zwei Sportler hätten zwar zusammentreffen dürfen, „aber zu zweit kriege ich die Halle nicht ausgeräumt“. Flugzeuge sind zu groß und zu schwer, um von nur vier Händen bewegt zu werden. Marie Kneer: „Du kommst ohne Hilfe ja gar nicht in die Luft. Jetzt merkt man erst, dass der Flugsport ein absoluter Gemeinschaftssport ist.“

Vereinsvorsitzender Kneer erläutert: „Zwar sitzen bei einer Unterrichtsstunde nur der Schüler und der Lehrer im Segelflieger, aber auch das musste in den vergangenen Monaten alles ausfallen.“ Die sechs Fluglehrer des LSV seien alle zum ersten Mal geimipft, er selbst sogar bereits zweifach.

10 Teilnehmer hatte der Saisonstart am Wochenende zu verzeichnen. „Alle haben ich am Freitag erst negativ testen lassen“, so Joachim Knee. Während des Fluges müssten beide Flugzeug-Insassen eine FFP2-Maske tragen.

Vorsitzender Joachim Kneer bespricht sich mit dem Schlepp-Piloten Jochen Flunder. 25 Segler gingen so in die Luft.

„Das soziale Gefüge des Vereins, das Miteinander hat ja doch zuletzt heftig gelitten.“ Videokonferenzen habe es zwar gegeben in der jüngsten Vergangenheit, dennoch herrschte am Samstag auf dem Platz „große Freude, dass das normale Leben langsam zurückkehrt“.

170 Mitglieder hat der LSV derzeit, die Hälfte davon sei aktiv, berichtete der Vorsitzende. Aufgrund der Pandemie habe keiner dem Flugsport den Rücken gekehrt. Marie Kneer hob hervor: „Wir hatten im Spätsommer 2020 sogar zwei Neuaufnahmen, zwei neue Flugschüler, 14 und 15 Jahre alt.“ So war es nicht verwunderlich, dass diese zwei Jugendlichen – Joscha Scheffler und der ein Jahr ältere Niklas Schneider – am Samstag zu ersten gehörten, die wieder in Küntrop abhoben.

Wie an jedem normalen Saisontag gingen am Samstag 25 Segler in die Luft. Sie alle wurden vom Schlepp-Piloten Jochen Flunder beim Abheben unterstützt. Zu den Glücklichen Premieren-Fliegern gehörte Marc Königsmann.

Der 31-Jährige hatte im Vorjahr zwar bereits seinen ersten Alleinflug absolviert, jedoch noch nicht die Fluglizenz erworben. Also begab er sich nun zunächst wieder in die Hände seinen Ausbilders.

Das war der 53-jährige Christopf Gauss, der damit am Wochenende sein 40-Jähriges feierte. „Ich habe im Mai 1981 meinen ersten Schulstart absolviert“, erinnerte er sich. „Seither hatte ich 2700 Flugstunden und 3800 Starts.“ Samstag kamen noch ein paar hinzu. Für seinen Schüler war es der 44. Start.

Gauss: „Mit den LSV-Motorflugzeugen war ich schon in Großbrtannien über dem Ärmelkanal, in Frankreich, über Venedig und in Lettland unterwegs.“

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