Sebastian Hoffmann hat mit Coverversionen viele Klicks auf Youtube

+
Sebastian Hoffmann an seinem Instrument. Das Spielen hat er sich selbst beigebracht.

NEUENRADE - Auf die Frage, was ihm die Musik bedeute, antwortet Sebastian Hoffmann schlicht „Alles!“. Rund viereinhalb Jahre spielt das junge Talent aus Küntrop Keyboard und E-Piano.

Damit hat er sich schon eine kleine Fangemeinde aufgebaut. Über 700 Menschen verfolgen regelmäßig seine Aktivitäten auf der Videoplattform „Youtube“.

Seit dem Sommer 2007 geht der 19-jährige seiner Leidenschaft nach, drei Keyboards mussten in dieser Zeit daran glauben. Nun sitzt er an einem kapp 2000 Euro teuren weißen E-Piano, und sieht damit sehr glücklich aus. Trotzdem träumt er manchmal heimlich von einem weißen Flügel – und das zu Recht: Zwei Stunden am Tag in der Schulzeit, sechs Stunden täglich in den Ferien investiert er in seine Passion. Und das Spielen? „Das habe ich mir selbst beigebracht“, meint der Gymnasiast bescheiden. Nach Gehör sei er da meist gegangen, habe anderen Klavier- und Keyboardspielern auf die Finger geschaut. Dabei hat der Küntroper – ganz nebenbei – auch das Notenlesen gelernt. Das meiste lief dabei über das Internet, via Anleitungen auf Youtube. Dort sind auch die eigenen Stücke von Sebastian Hoffmann zu sehen: Seine Version des Bryan Adams Hits „Summer of ´69“ ist mit über 66 000 Aufrufen das am häufigsten aufgerufene Video des Kanals von „Hoffmensch 007“. Über 70 Stücke hat er dort hochgeladen, viele Popsongs, aber auch Klassik und eigene Kompositionen die schon mehr als 600 000 Mal angesehen wurden.

Die Musik soll ihn jedoch immer nur als Hobby begleiten, nicht als Beruf. „Ich hatte vorher gar nichts damit am Hut“, gibt der junge Mann bei der Frage nach dem Weg zur Tonkunst zu. „Ich habe im Internet nur nach Musikvideos gesucht – und dann eine Pianoversion eines Songs gefunden.“ Das hatte ihn dann so beeindruckt, dass er sich direkt an das Billigkeyboard seiner Schwester gesetzt habe und sich auch daran versuchte. „Und dann bin ich daran hängen geblieben“, erinnert sich Hoffmann lächelnd an den Sommer 2007.

Besonders gefällt ihm an der Musik auch, dass sie verbindet: „Man lernt sogar Leute darüber kennen“, erzählt der Schüler eines Altenaer Gymnasiums. So hat er bereits mit einer Münchnerin ein Lied eingespielt – über das Internet, das für Musiker wie Sebastian Hoffmann oder auch den bekannten Youtube-Künstler Chester See ein Türöffner und eine Chance ist.Dass Letzterer eines seiner Videos kommentiert hat, „das hat mich sehr beeindruckt“, freut sich Hoffmann verlegen über das Lob eines Kollegen. Zuspruch bekommt er jedoch auch aus dem engeren und näheren Umfeld, zum Beispiel von seinen Mitschülern des Burggymnasiums Altena und seiner Familie: Auch wenn Mutter Andrea augenzwinkernd beteuert, dass ihr Sohn das Talent nicht von ihr habe, ist sie genau wie ihr Mann Andreas „sehr stolz“. Auch Schwester Melanie zeigt sich sichtlich angetan: „Ich finde ihn toll und bin sein größter Fan“.

So wird Sebastian Hoffmann Ende April sein erstes Konzert geben: Von Mitschüler Björn Tillmann aus Altena initiiert, treten sie zusammen mit acht anderen Künstlern in der Letmather Gaststätte „Am Dom“ auf und spielen eigene Songs aus der rockigen Richtung. Karten gibt es im Vorverkauf für 4,50 Euro bei dem „Hoffmensch“ selbst zu kaufen, der sich schon auf seine Gäste freut. Auf den Namen Hoffmensch hat ihn seinerzeit eine Bekannte gebracht, und dieser Spitzname verkörpert genau das, was auch die Musik ist: Hoffnung, Menschlichkeit – und ein Mix aus beidem. Sebastian Hoffmann formuliert es für sich so: „Ich habe die Musik, um mich wegzudenken.“ - anke

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare