Schwarzstorch und Funkfeuer

Windkraftanlagen. - Foto: Büttner/dpa

Neuenrade - Das Thema Windkraft kommt in Neuenrade wieder aufs Tapet. In der Ratssitzung am Mittwoch soll der Rat eine Stellungnahme der Stadtverwaltung zum Regionalplan, Teilplan Energie, der Bezirksregierung absegnen. Dabei tauchen mögliche Ausschlusskriterien für Windenergieanlagen-Flächen in der Stellungnahme auf: der Schwarzstorch und auch das Drehfunkfeuer – eine Anlage zur Flugnavigation.

Zum Hintergrund: Die NRW Landesregierung will Vorreiter in Sachen Klimaschutz werden. Dafür ist der Ausbau erneuerbarer Energietechnologien nötig. Auch der Ausbau der Windkraftanlagen ist dabei natürlich Teil des Konzeptes. In diesem Zusammenhang wurden durch Regionalrat und Bezirkregierung die Neuausfstellung des Regionalplanes Arnsberg mit dem Teilplan Energie angeleiert. Dabei geht es um die sogenannten Vorranggebiete für Errichtung oder Modernisierung von Windkraftanlagen. Dazu sollen natürlich die betroffenen Gemeinden und Städte, aber auch die diverse Institutionen gehört werden.

Laut Plan werden nun diverse Flächen in Neuenrade ausgewiesen und just dort, wo möglicherweise Flächen sinnvoll sein könnten und zumindest wurde dieses Areal schon häufig thematisiert – auf dem Kohlberg – ist auf Neuenrader Gebiet nichts verzeichnet. Laut Plan der Bezirksregierung gibt es nun Flächen im Großraum Affeln/Altenaffeln/ im Dreiländereck Neuenrade/Plettenberg Werdohl überwiegend auf Neuenrader Stadtgebiet, im Bereich Blintrop/Balve und Altenaffeln/HSK. Dazu hat die Verwaltung eine Ratsvorlage formuliert, die dann als Stellungnahme (Stichtag ist 22. Dezember) bei der Bezirksregierung vorliegen muss. Für die Stadtverwaltung sind dabei Kriterien wie Grundwasser- und Gewässerschutz auch für kleine Wassergewinnungsanlagen, Siedlungsabstände, erzielbare Energieausbeute/Gesamthöhen der Anlagen, Schutzbereiche für den Luftverkehr und Abstände beim Drehfunkfeuer maßgeblich. Aus Sicht der Stadtverwaltung ist demnach die Fläche im Dreiländereck Plettenberg (Werdohl/ Neuenrade nicht für die Errichtung von Windenergieanlagen geeignet, denn es gebe Hinweise auf Schwarzstorchvorkommen, zudem eine hohe Raumempfindlichkeit (die Windenergieanlagen wären besonders gut sichtbar) und die Anlage würde im Schutzbereich des Drehfunkfeuers Plettenberg liegen. Auch eine benachbarte Kleinfläche tauge daher nichts. Die ausgewiesene Vorrangfläche auf Affelner Gebiet Richtung Plettenberg ist aus Sicht der Verwaltung „derzeit nicht geeignet“. So liegen Teile des Gebietes auf der im Flächennutzungsplan der Stadt ausgewiesenen Vorrangzone. Dazu gibt es Hinweise auf Schwarzstörche, auf steile Hänge mit mehr als 15-prozentigem Gefälle und unter anderem liegt die Anlage auch im Schutzbereich des Drehfunkfeuers und entgegen den Angaben der Umweltprüfung zum „Planentwurf Energie“ liegt das Gelände in einem unzerschnittenen, verkehrsarmen Raum. Das ist bei der Erschließung für den Bau dieser Anlagen wichtig. Denn auch das wäre ressourcenfressend. Ähnliches gilt für die Flächen im Grenzgebiet Altenaffeln/HSK und Balve/Blintrop. Hier seien die Flächen „derzeit nicht geeignet“ und es sei auch zu prüfen, ob eine interkommunale Fläche Sinn mache.

Von Peter von der Beck

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