Mit Schutzanzug im Schweinestall

NEUENRADE ▪ Um sich einen Eindruck von der Situation der Landwirte vor Ort zu verschaffen, begaben sich Vertreter der Kreisverwaltung und des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Märkischer Kreis im Rahmen ihrer Gesprächsreihe „Runder Tisch“ auf eine Fahrt durch den Märkischen Kreis. Von Jana Peuckert

Neben Balve und Nachrodt-Wiblingwerde stand dabei auch der Mastschweinbetrieb des Neuenraders Ulf Tillmann-Heinemann auf dem Besuchsplan.

Gerade im Bereich der Mastschweinehaltung sehen sich die Landwirte immer wieder mit Problemen konfrontiert. Unter anderem die Schweinepest macht den Betreibern der Höfe das Leben schwer. Und so mussten die Mitglieder des „Runden Tisches“ vor dem Betreten der Schweineställe ebenso in Schutzanzüge schlüpfen, wie Landrat Thomas Gemke, der sich der Gruppe für den Besuch in Neuenrade anschloss.

Begleitet vom munteren quieken der Schweine nahmen die Besucher die Haltungsbedingungen unter die Lupe. Insgesamt beherbergt der Hof 1800 Mastschweine. „Die haben hier viel Platz, sich zu bewegen. Wenn sie sich mal nicht vertragen, können sie getrennt werden“, erläuterte Tillmann-Heinemann.

Zunächst ging es für die Gruppe zu den zehn Wochen alten Tieren, dann statteten die Gäste den älteren Schweinen einen Besuch ab. Die waren bereits markiert und fertig für die Fahrt zum Schlachthof in Unna. Die Tiere kommen als Ferkel auf Tillmann-Heinemanns Hof. Nach etwa vier Monaten werden sie im Alter von einem halben Jahr zu Wurst und Fleisch verarbeitet. Dann seien sie rund 120 Kilogramm schwer und brächten etwa 160 Euro pro Tier.

Die Mitglieder des „Runden Tisches“ erfuhren, dass der Tag für den Schweinebauern früh beginnt. Um 5.30 Uhr geht es in den Stall. Die Schweine müssen gefüttert, kontrolliert und aussortiert werden. Anschließend warten Feld- und Waldarbeiten. Durch Kyrill seien von einst 57 Hektar Baumbestand nur noch 15 Hektar übrig geblieben. Deshalb versuche der Betrieb die Einbuße nun mit dem Verkauf von Weihnachtsbäumen auszugleichen.

Unterstützung bekommt Tillmann-Heinemann von Sohn Michael. Der 21-Jährige besucht gerade die Landwirtschaftsschule. In anderthalb Jahren ist er fertig.

Für Gesprächsstoff sorgte die lokale Verbundenheit der Schweinehaltung. So kommen die Ferkel von einem Hof in Balve, der sämtliche Mastschweinbetriebe in der Umgebung versorgt. „Der Vorteil an diesem lokalen Model ist, dass die Ferkel nicht von verschiedenen Höfen im Mastschweinbetrieb zusammenkommen. Dadurch gibt es kaum Krankheiten in den Ställen“, erklärt Amtstierarzt Dieter Sinn. Im nächsten Jahr plant Tillmann-Heinemann einen neuen Stall. Aber: „Der wird wegen der Geruchsbelästigung nicht hier, sondern 500 Meter außerhalb des Dorfes gebaut. Wir leben in einem guten Einverständnis mit den Nachbarn, das soll auch so bleiben“, zeigt sich der Schweinebauer rücksichtsvoll.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare