Viele Probleme an Grundschulen

Schulsozialarbeit in Neuenrade: Das ist die Neue

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Sprachen über die Schulsozialarbeit: Romina Krollmann, Ruth Echterhage, Dierk Rademacher, Awerd Riemenschneider sowie Katharina Konitzer (3. von li.) und Ira Valsamidou.

Neuenrade – Katharina Konitzer hat gut zu tun. Sie ist die neue Sozialarbeiterin an der Burgschule Neuenrade.

Wie andere Grundschulen auch, hat die Schule Bedarf an einer solchen Kraft. Denn nicht wenige Kinder der Grundschule benötigen aus dem einen oder anderen Grund Hilfe – und Konitzer steht den Kindern und meist auch den Eltern hilfreich zur Seite. 

Dass die Sozialarbeit so an der Schule überhaupt möglich ist, haben der Schulträger – die Stadt Neuenrade – sowie mittlerweile schon mehrere Generationen Burgschüler privatem Engagement zu verdanken. Die Geschäftsführer der E-Holding, Ruth und Jürgen Echterhage, finanzierten zunächst ganz, später teilweise die Halbtagsstelle. Mit der enorme Summe von circa 170 000 Euro haben sie im Verlaufe der vergangenen neun Jahre diese Arbeit finanziert und tun es noch. „Ohne dieses Engagement wäre die Stelle mit dieser Wochenarbeitzeit nicht zu haben gewesen“, betonte Hauptamtsleiter Dierk Rademacher. Ruth Echterhage sagte dabei etwas zur Motivation ihres Engagements: „Als wir damals von Christa Sacher (ehemalige Schulleiterin) hörten, dass „30 bis 70 Prozent der Kinder verhaltensauffällig“ seien, dachten wir, das kann nicht sein. Da müssen wir etwas machen.“ Seitdem sind die Echterhages hier engagiert. 

Informationen aus erster Hand

Im Reich der Sozialarbeiterin Katharina Konitzer war Rademacher mit der städtischen Juristin Ira Valsamidou, mit Ruth Echterhage und ihrer Mitarbeiterin Romina Krollmann sowie Burgschulleiter Awerd Riemenschneider zusammengekommen, um sich dort aus erster Hand zu informieren. Denn Schulsozialarbeiterin Konitzer hat erst vor einiger Zeit neu in diesem Bereich angefangen. Mehr als gefordert, gut 25 Stunden pro Woche, setzt sie sich für die Schüler ein. Dass Bedarf besteht, habe sie schnell bemerkt, erzählte Konitzer. 

Die zweifache Mutter ist gelernte Krankenschwester, hat sich weitergebildet und den Bachelor in Sozialarbeit gemacht, hat zuletzt an beruflichen Schulen gearbeitet. Von der anspruchsvollen Tätigkeit an der Grundschule hat sie sich überrascht gezeigt. Doch ihre Arbeit werde von den Kindern dankbar angenommen. So stärke sie unter anderem die Kinder für die weiterführenden Schulen. Sie erzählt aber auch von vielen Streitereien auf dem Schulhof und von häufigen Kinderbesuch. „Die Tür ist immer in Bewegung“. 

Viel Einzelfallhilfe

Viel Einzelfallhilfe leiste sie. Da gebe es nichtdeutsche Kinder, die wegen Sprachschwierigkeiten Gewalt als einziges Ausdrucksmittel hätten oder es gehe um tiefe persönliche Dinge. Das Jugendamt sei durchaus nicht selten involviert. „Es kam schon zur Inobhutnahme aus der Schule heraus“. Die Kinder würden ihr ihr Herz ausschütten, würden sich öffnen. Und sie bemühe sich eben günstige Bedingungen zu schaffen, damit, so sagte sie, „die Kinder der Sonne entgegenwachsen“. Sie erfahre Dankbarkeit der Kinder, auch wenn die in Pflegefamilien seien. Schulleiter Awerd Riemenschneider sagte, dass er unglaublich froh sei, diese Hilfe zu haben. „Denn unsere Aufgabe ist es Wissen zu vermitteln.“ So werde die sozial-emotionale Entwicklung der Kinder nun besser begleitet. Sie würden unter anderem nicht-aggressive Sprache lernen. 

Wie Konitzer weiter berichtete, gibt es Kinder ohne Regeln, Kinder, die unter dem Alkoholismus der Eltern leiden würden, psychische Probleme der Kinder oder überforderte Eltern, was den Kindern Probleme bereiten würde. Die Ursachen seien vielfältig. 

Dauerhaftes Anti-Aggressionstraining

Sozialarbeiterin Konitzer hat für die Zukunft noch so manche Idee. Eine davon: Sie kann sich vorstellen, dauerhaft ein Anti-Aggressionstraining für Grundschüler zu etablieren – mit einer externen Fachkraft.

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