Schule auf dem Feld

Die Kinder hatten bei dem Projekt viel Spaß und sind gespannt, was auf dem Feld wächst.

AFFELN ▪ „Es ist eine schöne Sache wenn man Kindern die Landwirtschaft näher bringen kann“, findet Barbara Müller. Gemeinsam mit ihrem Mann Matthias betreibt sie einen Hof in der Hespe, die zwischen Altenaffeln und Allendorf liegt. Am Donnerstag Morgen trafen sich dort die zweite und dritte Klasse der Altenaffelner Grundschule, um das Projekt „Zuckerrüben anbauen“ in Angriff zu nehmen.

Vor zwei Jahren fand bereits eine ähnliche Aktion statt: „Nordmanntannen pflanzen“ war damals die Devise - „wir haben gutes Feedback bekommen“, erinnert sich Matthias Müller. Auch heute noch würden die Kinder „ihre“ Tanne wiedererkennen. Daraufhin stellte sich Müller die Frage: „Was können wir den Kindern von der Aussaat bis zur Ernte zeigen?“ Da war die Zuckerrübe ein guter „Kandidat“. Sie gehört zur Familie der Gänsefußgewächse und wächst zu 80 Prozent unter der Erde. Ihr Zuckeranteil liegt bei rund 20 Prozent. Blüten treten jedoch erst im zweiten Jahr auf. Zwar seien im Moment keine idealen Anbaubedingungen gegeben, „aber wegen des Lerneffektes“ stellt Matthias Müller neben dem Know-How trotzdem sein Feld zur Verfügung.

Dieses Areal teilen Schüler und Landwirt in zwei Partien auf: Das eine wird weder gedüngt noch gespritzt – einmal zwischendurch werden die Kinder aber zum Unkrautjäten vorbeischauen müssen. Der andere Teil wird behandelt. „Mal schauen, wie groß die Unterschiede seien werden“, ist der Landwirt gespannt. Verwendet werden gebeizte Körner, also Saatgut, das mit einer Schutzhülle ummantelt ist. Diese soll Bodeninsekten vom Fressen der Saat abhalten. Diese stammt von einem professionellen Zuckerrübenanbauer aus Werl-Hilbeck: Gerhard Ahleff. „Ein Drittel des weltweit verbrauchten Zuckers kommt aus der Rübe“, rechnete Matthias Müller eindrucksvoll vor. Neben der Zuckergewinnung besteht aber auch die Möglichkeit, die Rübe roh zu essen oder Sirup aus ihr zu kochen. Das Endprodukt war den rund 40 Zweit- und Drittklässlern jedoch zunächst egal: Das Abenteuer Bauernhof nahm sie gefangen. Helle Freude kommt auf, als es mit dem Anhänger zu dem Zuckerrübenfeld geht. „Ich freu mich schon so“, ist aus den Reihen der Schüler zu vernehmen. Die zwei Schulstunden „Bauernhof“-Unterricht sind also als voller Erfolg zu verbuchen.

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