1438 Euro Schulden pro Kopf

NEUENRADE - 1438 Euro Schulden hat jeder Neuenrader – ob er will oder nicht. Diese Zahl kommt jedenfalls zustande, wenn die aktuellen Schulden der Stadt mit 17,27 Millionen Euro auf den Einwohner umgerechnet werden.

Neuenrade kann sich im Pro-Kopf-Vergleich da durchaus sehen lassen: Der Altenaer hat 5228,53 Euro Schulden pro Kopf und führt damit die Liste im Märkischen Kreis mit weitem Abstand an, dann kommen auch schon die Werdohler mit 3616,53 Euro. Die geringsten Schulden pro Kopf hat der Plettenberger mit 557 Euro. Die Daten lieferte gestern das Landesamt für Information und Technik. Stichtag ist der 31. Dezember. Bleibt noch zu erwähnen, dass sich dazu ja auch noch die anteiligen Schulden von Kreis, Land und Bund theoretisch hinzuaddieren lassen.

Wie dem auch sei: Der größte Teil der Neuenrader Schulden liegt allerdings bei den Stadtwerken in Form von Kanalbaumaßnahmen und Wasserleitungen im wahrsten Sinne des Wortes vergraben –mit rund 10,77 Millionen Euro. Dann kommen noch die Kassenkredite hinzu, die sich in der aktuellen Statistik auf 6,5 Millionen Euro addieren. Ein Betrag, welcher der Verwaltung durchaus Sorgen bereitet. Was sich mit Blick auf die Nachbarkommunen allerdings wieder relativieren dürfte (Werdohl, 25 Millionen Euro Kassenkredit).

Politik und Verwaltung geben sich nun redlich Mühe, den städtischen Haushalt in noch sparsamere Bahnen zu lenken. Hauptamtsleiter Dierk Rademacher präsentierte jüngst den Fahrplan: Demnach kam Politik und Verwaltung in einer nicht-öffentlichen Hauptausschusssitzung zu einer ersten internen Sparrunde zusammen, einige Vorschläge und Anregungen wurden gemacht. Die Stimmung bezeichnete Rademacher dabei als recht harmonisch. Ein weiteres, nicht-öffentliches Treffen wird folgen. Die Fraktionen wollen dann jene Punkte erarbeiten, über die sie öffentlich diskutieren wollen. Das soll dann in den einzelnen Fachausschüssen passieren. Auch die Verwaltung sehe sich in der Pflicht noch einmal Sparvorschläge zu präsentieren, sagte Hauptamtsleiter Rademacher.

Bürgermeister Klaus Peter Sasse jedenfalls ist auch erfreut über die „sehr konstruktive politische Atmosphäre“ bei der aktuellen Spardiskussion. „Das ist sehr hilfreich“. Auf der anderen Seite ist der Bürgermeister echt erschüttert angesichts der Beschlüsse aus der Landespolitik in Sachen kommunaler Solidaritätsbeitrag für den Stärkungspakt. „Wir leben in einer politischen Willkürgesellschaft“. Und das betreffe alle Regierungen – egal welcher Farbe.

Von Peter von der Beck

Rubriklistenbild: © dpa

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