Schützenfest soll auf dem Wall bleiben

Oberst Klemens Brockhagen sieht die Zukunft des Schützenfestes auf dem Wall.

NEUENRADE ▪ Es war nach 42 Jahren das erste Schützenfest auf dem Wall – und es hat wohl die Mehrzahl der Schützen und ihre Gäste begeistert. Klemens Brockhagen, Oberst der Neuenrader Schützengesellschaft, geht jedenfalls davon aus, dass eine Rückkehr auf die Niederheide nicht infrage kommt.

„Unser Gedanke, das Schützenfest im schöneren Ambiente der Grünanlage und unter den alten Eichen auf dem Wall zu feiern, ist voll aufgegangen“, äußerte sich Brockhagen begeistert. Für ihn steht deshalb außer Frage, dass das Schützenfest hier nun dauerhaft seine Heimat haben soll, auch wenn er nicht verkennt, dass die Schützengesellschaft das nicht allein bestimmen kann. Anwohnerinteressen seien ebenso zu berücksichtigen wie die der Stadt. Doch versicherte Brockhagen, dass die Schützen alles tun wollen, um weder den einen, noch den anderen einen Grund zur Klage zu geben. Die von einigen Anwohnern befürchtete Lärmbelästigung sei wohl auch nicht so schlimm gewesen, meinte der Oberst, und auch die öffentlichen Anlagen würden natürlich von den Spuren des Festes befreit.

Dass auf dem Wall ein kleineres Zelt aufgestellt werden musste, hält Brockhagen ebenfalls für unproblematisch. Im Gegenteil: Das um zehn Meter kürzere Zelt sei immer noch groß genug gewesen. „Wir folgen da einem Trend, der auch auf andere Vereine noch zukommen wird“, glaubt Brockhagen ohnehin, dass in Zukunft nicht mit steigenden Besucherzahlen zu rechnen ist.

Einziger Wermutstropfen im Zusammenhang mit dem neuen Veranstaltungsort war die Tatsache, dass das Wall-Konzert durch die nahen Fahrgeschäfte doch etwas getrübt wurde. „Darüber müssen wir nochmal nachdenken, vielleicht müssen wir aber auch einfach damit leben“, ist der Oberst in dieser Hinsicht noch etwas unschlüssig. Apropos Fahrgeschäfte: Auch da sieht Brockhagen noch Handlungsbedarf. „Wir müssen die Ausgewogenheit verbessern“, sagte er gestern.

Für Diskussionsstoff dürfte auch das Feuerwerk am Sonntagabend sorgen. In diesem Jahr konnte es wegen Waldbrandgefahr nicht stattfinden. Stattdessen wurde das alte Königspaar, Franz-Josef und Renate Kaiser, mit einer von Fackelträgern begleiteten Serenade verabschiedet. Für Franz-Josef Kaiser war das „das Beste vom ganzen Schützenfest“, und mit dieser Meinung stand er nicht alleine da. Gut möglich, dass sich jetzt die Gegner des ohnehin nicht gerade kostengünstigen Feuerwerks nun durchsetzen können. Klemens Brockhagen äußert sich indes diplomatisch: „Das eine schließt ja das andere nicht aus.“ Vielleicht gibt es also in Zukunft beides: Zuerst die Serenade und dann ein Feuerwerk.

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