Bier, Krawatte und Luftballons

Das müssen Neuenrader Schützen meistern: Luftballons zertreten. - Foto: Riedl

NEUENRADE -  Sonntag ist der Tag der Abrechnung. Wenn die Kompanieobersten zum Antreten laden, wird das Jahr aufgearbeitet. Es werden Fehler bestraft und am Verhalten gefeilt.

Zwei neue Gesichter stehen an der Spitze der Kompanie Unterstadt, die sich gestern Nachmittag wie üblich am Neri-Haus versammelte. Kompaniechef André Jürgens und sein Spieß Holger Schlotmann ließen ihren Untergebenen nichts durchgehen.

Weiße Socken zu schwarzen Schuhen, so etwas geht auf keinem Schützenfest. Der Fotobeweis entlarvte Thomas Riecke als Übeltäter. Er bekam gleich einige Paare passender Socken überreicht, damit so ein Fauxpas nicht nochmal vorkommt. „Danke, auch im Namen meiner Eltern“, erwiderte Riecke artig.

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Schützenbestrafung und Festumzug

Axel Klüppelberg hatte sich ebenfalls daneben benommen. Beim Besuch des Schützenfestes in Werdohl packte er während des Großen Zapfenstreiches, bei dem üblicherweise andächtige Stille herrscht, in aller Ruhe Süßigkeiten aus – nicht nur eine Packung. Er ruinierte seinen Kompanieführern diesen besonderen Moment und musste deshalb Süßigkeiten unter den Zuschauern verteilen.

„Was muss ein Schütze können?“, fragte André Jürgens in die Runde. „Bier trinken und Krawatte binden“, lautete seine Antwort. Zum Test ließ er drei Grünröcke antreten. Bier „exen“ und dann Krawatte binden, lautete die Aufgabe. Der Schnellste war Markus Schwarzer, der allerdings einen sehr eigenwilligen Knoten präsentierte.

Zum Abschluss nahm die Kompanie Unterstadt noch eine Ehrung vor. Waltraud Klüppelberg wurde für besondere Verdienste ausgezeichnet, weil sie ihre Handarbeitskünste schon seit Jahre in den Dienst der Kompanie stellt.

„Wir müssen das Thema ‘Nachwuchs’ behandeln, da ist uns einiges aufgefallen“, begrüßte Spieß Stefan Janikowski, die Schützen der Oberstadt am neuen Antreteplatz in der Altstadt – doch schon sein Tonfall ließ erahnen, dass er wohl eher keine guten Nachrichten im Gepäck hatte.

Doch bevor der Spieß zu den Bestrafungen am Brunnenplatz kam, konnten sich zunächst Lars Huster und Julian Reuse über die Ernennung zum Obergruppenführer beziehungsweise Gruppenführer freuen. Im „Luftballon-Wettkampf“ zwischen Jung- und Altoffizieren siegte die Erfahrung gegenüber dem Nachwuchs. Jörg Kittelmann, Bastian Schreiber und Domenic Troilo hatten im Zertreten der Ballons keine Chance gegen den sportlichen Angriff von Stephan Zanger, Andreas Pieper und Thomas Wette.

Völlig ungeschickt stellten sich Tim Grendel und Tim Weber aus der Gewehrsektion beim Aufbau eines Biertisches während der Festtage an. „Ein 17-jähriges Mädchen musste helfen. Sie machte zweimal klapp, klapp, der Tisch stand, und die zwei guckten dumm aus der Wäsche“, wusste Janikowski von der Blamage zu berichten.

Doch auch der Aufbau der Sonnenliege, die flott an den Brunnenplatz gereicht wurde, stellte den Schützennachwuchs vor unlösbare Probleme. Zur Strafe mussten die komplette Mannschaft vortreten und sich wenigsten im Schnapstrinken beweisen. Gereicht wurde ein sehr trockenes Tröpfchen: Paniermehl. -

Von Susanne Riedl und Markus Jentzsch

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