Schützen: weit reichende Zugeständnisse

NEUENRADE ▪ Es scheint Ruhe eingekehrt zu sein – denn die Schützenbruderschaft Küntrop hat sich offenbar mit den Anwohnern an der Dinneike einigen können.

Zum Hintergrund: Streitpunkt waren die in der Schützenhalle ausgerichteten Hochzeiten. Der Lärmpegel dabei erregte das Missfallen eines Anwohners, der daraufhin Anzeige erstattete. Beanstandungspunkte waren der produzierte Müll sowie die Lautstärke der Musik. Mit einem Maßnahmenkatalog fanden Anwohner und Schützen schließlich einen Kompromiss und konnten die Streitigkeit beilegen: So wurden die Richtlinien für die Vermietung der Halle geändert.

Die „personenstarken Hochzeiten“ laufen nun über einen zentralen Organisator, der mit den neuen Richtlinien vertraut ist und diese weitergeben kann. Zudem sollen die Vermählungsfeiern zwischen 23 Uhr und 0 Uhr enden. Ab 22.30 Uhr sieht jeweils ein Zweierteam aus dem Schützenvorstand nach dem Rechten und greift zum Beispiel gegebenenfalls in die Lautstärkeregulierung ein. Zudem reduzieren die Schützen die Zahl der Hochzeiten von 7 auf 6. Darüber hinaus ist nun auch der Zeitraum für diese spezielle Art von Party begrenzt: Von Januar bis Anfang Mai sowie im November und Dezember darf gefeiert werden, den Rest des Jahres haben die Hallennachbarn Ruhe. Zu guter Letzt führten die Schützen die Regel ein, dass nicht mehr an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden Trubel in der Halle herrscht. „Mit diesen Maßnahmen sind die Anwohner zufrieden“, sagte der 2. Vorsitzender Reimbert Sandt im Gespräch mit dem Süderländer Volksfreund. Zwar ist auch der Schützenverein froh über eine Einigung, jedoch „ist der finanzielle Verlust da“, berichtete Reimbert Sandt weiter.

Jüngst hatte es eine weitere Sitzung mit sachlichen Diskussionen von Anwohnern und Schützenvorstand gegeben. Den dort hergestellten Kontakt „wollen wir aufrechterhalten“, so Sandt weiter. Die Kommunikation von Seiten der Nachbarn sei ausdrücklich erwünscht; auch ein weiteres Treffen wird es geben. „Wenn die Maßnahmen greifen, haben auch wir das im Griff“, sagte er am Schluss bündig.

Schützenvorsitzender Ralf Tönnesmann zeigte sich ebenfalls überzeugt von der Einigung: Zum wiederholten Male hätte man sich getroffen, „um gemeinsam nach weiteren Möglichkeiten zu suchen, einen längerfristigen Maßnahmenkatalog zu erstellen“. Durch diese neuen Regeln sollten Großveranstaltungen, welche in der Küntroper Schützenhalle stattfänden, auch für die Nachbarn auf ein erträgliches Belastungsniveau reduziert werden. „Noch einmal weisen beide Parteien darauf hin, dass die jährlichen Traditionsveranstaltungen wie zum Beispiel das Schützenfest zu keiner Zeit Grundlage dieser Auseinandersetzung gewesen sind.“ betonte Tönnesmann weiter. „Alle sind daran interessiert, das Brauchtum in Küntrop zu pflegen.“ So habe die Schützenbruderschaft volles Verständnis für die Nöte der Nachbarschaft. Umso schöner sei es, wenn beide Parteien zusammen den richtigen Weg suchten – und das werde zunehmend erfolgreicher, so Tönnesmann. „Natürlich ist das auch ein Spagat – bezüglich der Mieter der Halle“, führte er abschließend aus. „Das Ziel ist aber ganz einfach: Wir versuchen, alle miteinander auszukommen und eine Lösung zu finden,“ betonte Tönnesmann. ▪ Annette Kemper

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