Schützen stellen Stadtmuseum Exponate zur Verfügung

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Domenic Troilo (2. von links) überreichte Ulrich Tillmann (links), Heinz-Werner Turk und Klaus Peter Sasse (rechts) vom Heimatmuseum die zur Verfügung gestellten Schützenutensilien.

Neuenrade - Das heimische Stadtmuseum ist um einige Exponate der Schützengesellschaft Neuenrade reicher geworden. Seit einigen Tagen können die Besucher eine der ersten Uniformen der Gewehrsektion aus dem Jahr 1955, den Königsorden und den Königspreis aus dem gleichen Jahr begutachten. Zusätzlich stellten die Schützen einige aussagekräftige Stempel aus ihrem Vereinsleben zur Verfügung.

Domenic Troilo, 2. Geschäftsführer und Presseoffizier der Neuenrader Schützengesellschaft, war sichtlich stolz, dass er in dieser Woche dem anwesenden Museumsteam die Exponate aushändigen konnte. Klaus Peter Sasse, Heinz-Werner Turk und Ulrich Tillmann werden am Sonntag, 19. Februar, in der Zeit von 15 bis 17 Uhr die Gelegenheit haben, die leihweise überlassenen Exponate den Museumsbesuchern vorzustellen. 

Von besonderem Interesse sind die Stempel der Schützengesellschaft, die aus den 30er- und 40er-Jahren stammen. Sie geben auch Auskunft darüber, dass die heutige Schützengesellschaft einst unter dem Namen „Schützenverein Neuenrade“ firmierte. Die „amtlichen Schützensiegel“ befanden sich damals unter der Obhut von Schneidermeister Karl Jung, der für die Schützen auch die Kassengeschäfte führte. 

Dass die Siegel inzwischen wieder ins Blickfeld der Neuenrader rücken, ist dem ausgeprägten Forschungswillen von Ex-Schützenoberst Klemens Brockhagen zu verdanken. Der Schützenbruder aus Überzeugung hatte die Stempel vor Jahren fast vor der Versenkung gerettet, als Schützenoberst Friedrich-Wilhelm „KoCo“ Kohlhage den Standort seiner Firma ins Küntroper Neubaugebiet verlagerte und anscheinend niemand wusste, was aus den Stempeln werden sollte. 

Brockhagen übernahm mit Hilfe von Elisabeth Panter die Stempel und lagerte sie „wegen der trockenen Luft“ in seiner Garage. Jetzt sind die Stempel samt Abdruck in der Glasvitrine des Stadtmuseums. 

Neu im Sortiment der Schützengesellschaft ist im Museum auch eine Uniform der 1949 gegründeten Gewehrsektion. Zu sehen ist jetzt auch der Königsorden von Albert Drepper. Er regierte 1955 die Schützen und ist gleichzeitig der erste und wahrscheinlich auch letzte Schützenkönig, der an einem Dienstag gekürt wurde.

Ehemalige Stempel der Neuenrader Schützen aus den 30er- und 40er-Jahren: Damals gab es den Schützenverein Neuenrade, heute die Schützengesellschaft Neuenrade.

Der „Schützenfestdienstag“ hatte seine besondere Bedeutung, denn 1955 feierte die Stadt Neuenrade gleichzeitig ihr 600-jähriges Bestehen. Da viele Gäste und Besucher in der Stadt waren, drohte das eigentliche Schützenfest etwas zu kurz zu kommen. Die Schützen reagierten flexibel und erfanden den Schützenfestdienstag. Albert Drepper wurde König, obwohl er „eigentlich nur das Schützenfest besuchen wollte“, berichteten die Heimathistoriker. 
 
Auch diese Schützenutensilien einschließlich Königspreis (ein Silberteller) befanden sich in der Obhut von Ex-Schützenoberst Klemens Brockhagen, der mit Blick auf ein gut ausgestattetes Stadtmuseum alles zur Verfügung stellte. Ein Fehler in der optischen Information der Museumsbesucher passierte trotzdem: Der Königsorden von Albert Drepper wurde irrtümlich an den ebenfalls zur Verfügung gestellten Offiziersrock von Ferdinand-Fritz Hilleke geheftet, der von 1920 bis 1935 als Schützenhauptmann in die Annalen der Schützen eingeht. Damit ein komplettes Bild entsteht, wird der Ständer mit dem Offiziersrock kurzfristig auch mit den Reiterstiefeln ausgestattet, die einst Alfred Severing trug. 

Vervollständigt wurde die räumliche Ausstellungsecke der Neuenrader Schützengesellschaft auch mit Erinnerungen aus dem Nachlass des kürzlich verstorbenen „Ede“ Lengelsen. Den Neuenradern ist er als der Schütze bekannt, der beim Schützenumzug lange Zeit die Fahne mit dem Alten Fritz trug. Jetzt steht eine Miniatur-Kopie der Fahne in der Schützenvitrine.

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