Schürmann & Hilleke meldet Insolvenz an

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Schürmann & Hilleke. ▪

NEUENRADE ▪ Die Geschäftsführung des Neuenrader Traditionsunternehmen Schürmann & Hilleke Umformtechnik hat für alle vier Firmen der Firmengruppe, besser bekannt unter dem Markennamen Bär, jetzt Insolvenzanträge beim Amtsgericht in Hagen gestellt.

Damit befindet sich das Unternehmen mit zwei Produktionsbetrieben (Neuenrade und Küntrop) einem dort angegliederten Dienstleistungsunternehmen und einer Verwaltungsgesellschaft nun im vorläufigen Insolvenzverfahren.

„Alle notwendigen Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Produktionsbetriebe sind bereits eingeleitet, sodass es zu keinem Stillstand kommen wird und die Betriebe unverändert erst einmal weiterlaufen“. Die Kunden würden beliefert.

Am Freitag war Betriebsversammlung, die 120 Mitarbeiter wurden über die Situation informiert.

Ursache für die Schieflage des Unternehmens sei eine Überschuldung, die man nicht habe heilen können, erläuterte Geschäftsführer Stefan Hilleke weiter. Und Auslöser für den Insolvenzantrag sei der Verlust eines Großkunden im vergangenen Jahr gewesen. „Die fehlenden Umsätze konnten nicht schnell genug durch Neuaufträge anderer Kunden kompensiert werden“, teilte Stefan Hilleke mit. Hinzu gekommen sei, dass es in den ersten Monaten des Jahres „ohnehin einen generellen Auftragsrückgang gegeben habe“. So sei unter dem Strich zur Umsetzung eines bereits erarbeiteten Sanierungskonzeptes leider zu wenig Zeit geblieben, erläuterte Stefan Hilleke.

So stellte man beim Amtsgericht die Insolvenzanträge. Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde in allen Verfahren seitens des Gerichtes und auf Vorschlag der Geschäftsführung der Rechtsanwalt und Notar Martin Buchheister aus Lüdenscheid bestellt.

Geschäftsführer Stefan Hilleke verbreitet nicht nur Optimismus, sondern Zuversicht. Durch das eingeleitete Sanierungskonzept könne jetzt während des Insolvenzverfahrens eine gute Grundlage geschaffen werde, um alle Betriebe auf eine neue, solide Grundlage stellen zu können. „Es ist eine Chance, einen Neustart zu finden“, sagte Stefan Hilleke.

Schürmann & Hilleke stellen Befestigungselemente her. Das vor 133 Jahren gegründete Traditionsunternehmen hat den Markenname „Bär“ etabliert und ist weltweit bekannt, wenn es um Befestigungs- und Verbindungstechnik geht. „Mit technischer Kompetenz und einem breiten, marktgerechten Produktprogramm sind wir in Industrie, Handel und Handwerk international anerkannt“, heißt es auf der Homepage des Unternehmens. Das Bär-Sortiment umfasse, vom soliden Stahlnagel bis zu komplexen Holzverbindern, bauaufsichtlichen Zulassungen und Einstufungen nach DIN, Produkte für die verschiedensten Anwendungsbereiche. ▪ Peter von der Beck

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