Schüler erhalten Einblick in das Rechtssystem

+
Ulrich Schorner musste etliche Fragen beantworten. ▪

NEUENRADE ▪ Wie teuer das illegale Herunterladen von Musiktiteln werden kann, wie eine Beleidigung bestraft wird, warum Frauen in manchen Berufen kein Kopftuch tragen dürfen und was ein Rechtsanwalt verdient. Ulrich Schorner, Neuenrader Rechtsanwalt, hatte gestern gut zu tun, um die Fragen der Jugendlichen zu beantworten.

Schorner, 32 Jahre alter Jurist mit Schwerpunkt Strafrecht und Verkehrsrecht, kommt regelmäßig an die Gertrudenschule, um den älteren Schülern das Thema Recht ins Bewusstsein zu rufen. Schorner berichtet dabei recht anschaulich aus der Praxis eines Rechtsanwaltes.

Das ganze findet im Rahmen des Projektunterrichtes an der Gertrudenschule statt. Die Schüler können aus einem Angebot frei auswählen. Es gibt allerdings Noten. Ein Angebot ist eben Jugend und Recht. Lehrerin Heike Schambach-Kram und Schulsozialarbeiter Thorben Schürmann haben diese AG-Reihe organisiert. „Wir wollen so den Jugendlichen das Deutsche Rechtssystem näher bringen und auf das Leben vorbereiten. Die Jugendlichen erfahren nicht nur Einiges von einem Rechtsanwalt, sie werden auch an einer Sitzung des Amtsgerichtes teilnehmen und so die Unterschiede zwischen Fernsehserien und Realität erleben.Die Gertrudenschüler, um die 15 Jahre alt, hatten jedenfalls viele Fragen. Es ging zunächst um Spektakuläres wie Mord und Totschlag oder fahrlässige Tötung. Fälle, die der Rechtsanwalt nicht jeden Tag in der Praxis hat. Sein schlimmster Fall war Menschenhandel. Es ging um die Bandbreite der Bestrafung und das Deutsche Rechtssystem, das eben auch mutmaßlichen Mördern einen fairen Prozess eröffnet.

Facebook und dort auftauchende Rechtsverstöße wurden ebenso angerissen wie Hausrecht, Rauchen und Trinken bei Minderjährigen, Schwarzarbeit und die Folgen, die Schweigepflicht des Rechtsanwaltes und mögliche Ungerechtigkeiten. Schorner berichtete vom Neutralitätsgebot bei Lehrern und dass deshalb das Kopftuch oder andere religiöse Symbole verboten seien. Schorner berichtete aber auch von den juristischen Folgen von Eierwürfen bei Halloween oder Pizzabestellung auf fremden Namen. Danach hatten die Schüler gefragt. Einige wollten auch wissen, was denn ein Rechtsbeistand kostet. Schorner informierte über Prozesskostenhilfe und Beratungshilfe. ▪

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare