1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Neuenrade

Schrill, frech, mit vielen Evergreens: „Currywurst-Queen“ begeistert

Erstellt:

Von: Michael Koll

Kommentare

In der Currywurst-Bude ist immer eine Menge los. Die einfache Geschichte diente dazu, musikalische Evergreens miteinander zu verbinden. Für das Publikum gab es eine Menge zu sehen und viel zu lachen.
In der Currywurst-Bude ist immer eine Menge los. Die einfache Geschichte diente dazu, musikalische Evergreens miteinander zu verbinden. Für das Publikum gab es eine Menge zu sehen und viel zu lachen. © Koll, Michael

„Gehste inne Stadt, was macht Dich da satt? Ne Currywurst“: Der Einstieg in das Musical „Currywurst-Queen“ der Landesbühne Rheinland-Pfalz aus Neuwied war klassischerweise dem Dauerbrenner von Herbert Grönemeyer vorbehalten.

Was in den mehr als zwei Stunden darauf folgte, war eine bunte Nummernrevue, bei der die schlichte Geschichte lediglich dazu diente, die musikalischen Evergreens miteinander zu verbinden.

Zudem verkleideten sich die Schauspieler und Sänger im Saal des Hotels Kaisergarten ständig neu – und waren deshalb hinter der Bühne wahrscheinlich im Dauerstress. Doch so gab es für das Publikum viel zu sehen und eine ganze Menge zu lachen.

Männer in Frauenkleidern

Selbst Männer in Frauenkleidern wie einst bei Peter Alexander in der Film-Komödie „Charleys Tante“ von 1963 gehörten zu den Überraschungen, die die turbulent-spaßige Inszenierung parat hielt.

Choreografiert hatte die Show Alina Schaumburg, die selbst auch, unter anderem als Oma Herta, zum Ensemble gehört. Im Zentrum des Geschehens stand jedoch Katrin Höft. Sie spielte Dörte, eine Imbissbuden-Besitzerin, die eine große Menge Bargeld im Müll findet und danach zunächst der Versuchung erliegt, dem Ruf der sogenannten „Schönen und Reichen“ zu folgen.

Um 21 Uhr werden die Bürgersteige hochgeklappt

So ergab die turbulente Handlung auch die Chance, Fernsehsendungen wie „Germany’s next Top-Model“ aufs Korn zu nehmen.

Currywurst-Queen Dörte findet eine große Menge Bargeld – und kehrt der Wurst zunächst den Rücken.
Currywurst-Queen Dörte findet eine große Menge Bargeld – und kehrt der Wurst zunächst den Rücken. © Koll, Michael

Angesiedelt ist das Stück in einer Kleinstadt, in welcher um 21 Uhr die Bürgersteige redensartlich hochgeklappt werden. Dass die Darsteller dabei im breitesten Berliner Dialekt sprechen, störte kaum. Auch die Tatsache, dass viele Gags bereits gut abgehangene Kalauer waren, minderte die Freude an der schrill-frechen Revue keineswegs. So riet die Currywurst-Queen Dörte einem Kunden: „Wenn Du was Kaltes willst, dann nimm statt einem Bier halt einen Kaffee.“

Hits erklingen in schneller Folge

Freude lösten bei den Zuschauern im bestens gefüllten Kaisergarten-Saal vor allen Dingen die in schneller Folge erklingenden Hits aus verschiedenen Jahrzehnten und Musikgenres aus. Oft wurde nur eine Strophe eines Oldies angesungen und schon wechselten die Sänger zum nächsten.

Neben Grönemeyers „Currywurst“ kamen unterschiedliche Songs zu Gehör: vom „Babysitter-Boogie“ (Ralf Bendix), über „König von Deutschland“ (Rio Reiser) und „New York, Rio, Tokyo“ (Trio Rio) bis hin zu „So schön kann doch kein Mann sein“ (Gitte). Sogar frühere Sommerhits wie „Lambada“ und „Macarena“ wurden noch einmal entstaubt und sorgten ein ums andere Mal für Sonderapplaus, wenn das Publikum ein Lied bereits bei den ersten Takten erkannte. Und manche Stücke – wie etwa Reinhard Meys „Über den Wolken“ – wurden gar vom rhythmischen Klatschen der zahlreichen Sauerländer im Saal begleitet.

Auch interessant

Kommentare