Skulptur beschädigt

Schon wieder Vandalismus: "Oma Herta" muss zur Reha

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Erneut beschädigt wurde die lebensgroße Figur „Oma Herta“, die seit Jahren auf einer Bank an der Zweiten Straße sitzt.

Neuenrade – „Oma Herta muss kurzfristig wieder zur Reha in die Kiku kommen“, sagt Irmhild Hartstein extrem verärgert. Denn die von der Leiterin der Neuenrader Kinderkunstwerkstatt (Kiku) geschaffene, lebensgroße Skulptur wurde beschädigt – wieder einmal.

„Oma Herta“ sitzt seit einigen Jahren auf der Bank an der Bürgerbus-Haltestelle an der Zweiten Straße. Die Skulptur, die viele Neuenrader schmunzeln lässt und generell zum freundlichen Miteinander beitragen soll, ist nun erneut das Ziel von Zeitgenossen mit Zerstörungswillen geworden. 

Die Schäden an „Oma Herta“ sind nicht zu übersehen: Die Handtasche weist im unteren Bereich ebenso Abplatzungen auf, wie eine Hand. Betroffen ist auch der Ärmel der Jacke. Ein kreativ gestalteter Knopf aus Beton wurden offenbar gewaltsam abgetreten, zurückgeblieben ist nach der Betonabsplitterung ein weißer Fleck. Vor drei Jahren war „Oma Herta“ schon einmal ins Visier zerstörungswilliger Täter geraten. Damals war es der Kopf der Skulptur, an dem die Täter ihre Kräfte ausließen. 

Skulptur wiegt mehrere Zentner

„Eigentlich ist unsere ,Oma Herta’ ein stabiles Mädchen“, sagt Hartstein nach der neuerlichen Sachbeschädigung mit ironischem Unterton, „dass die Skulptur aus Beton besteht, mehrere Zentner auf die Waage bringt und relativ widerstandsfähig ist“. 

Oma Herta muss manches Leid ertragen.

Was Hartstein und viele Neuenrader nicht verstehen, ist der Grund der Zerstörungswut solcher Täter. Denn zuletzt wurden mehrfach Kunstwerke aus der Kiku beschädigt. Erst im vergangenen Jahr wurden gleich mehrere „Gassenwächter“ mit Gewalt beschädigt, teilweise sogar zerstört. Auch die von der Werdohlerin Annette Kögel geschaffene Skulptur „Herr Schröder-Schmallenkamp“, die am Platz der Generationen an der DRK-Begegnungsstätte ihren Standort hatte, wurde damals mutwillig beschädigt und musste repariert werden. Die Frage nach dem Warum konnte bis dato nicht geklärt werden. 

Irmhild Hartstein, seit Jahren engagierte Leiterin der Neuenrader Kiku, hat trotzdem ihren Humor nicht verloren. Auch nach der erneuten Sachbeschädigung an der Skulptur ist es für sie selbstverständlich, dass „Oma Herta in Neuenrade weiterleben muss und wird“. In den nächsten Tagen wird das große Kunstobjekt mit städtischer Transporthilfe zur Kiku gefahren, „um sich dort einer erneuten Reha zu unterziehen“, kommentiert die Kiku-Chefin die Planungen. 

Eine "farbenfrohere Jacke"?

Welcher künstlerischen Rehabilitation sich „Oma Herta“ in der Kiku-Klinik unterziehen muss, war Leiterin Irmhild Hartstein zunächst noch nicht zu entlocken. Humorvoll und mit einem Schuss Ironie schließt sie aber nicht aus, dass „Oma Herta“ durchaus mal eine „farbenfrohere Jacke“ bekommen könnte...

Im vergangenen Jahr war es neben der Beschädigung und teilweisen Zerstörung der Gassenwächter noch zu weiteren Vandalismus-Vorfällen in der Hönnestadt gekommen. Unter anderem wurden dieSchaufenster an einigen Geschäften in der Innenstadt eingeworfen und auch am Weihnachtsmarkt-Wochenende richteten Vandalen Schäden an. Und erst Anfang April hatten bislang noch unbekannte Täter die Sporthalle an der Niederheide verwüstet.

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