Schon sieben Autofahrer unter Drogen in Neuenrade erwischt

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Drogenschnelltests – die hat die Polizei natürlich zur Verfügung.

Neuenrade - Kiffen und Autofahren verbietet sich – gleichwohl häuften sich unlängst die Meldungen von Autofahrern, die unter Drogeneinfluss fuhren. Sieben Fahrer, die unter Drogeneinfluss hinter dem Steuer saßen, erwischte die Polizei seit Anfang des Jahres bei Kontrollen in Neuenrade.

Damit wurden mehr Fahrer, die unter Cannabis-Einfluss standen auffällig, als alkoholisierte Autofahrer. Davon erwischte die Polizei im selben Zeitraum lediglich fünf. 

Und von den sieben Autofahrern, die unter Drogeneinfluss fuhren, hatten eben sechs THC (Tetrahydrocannabinol) intus, einer wurde positiv auf Kokain getestet. Dass nun verstärkt jüngere Leute unterwegs sind, die überwiegend Hasch oder Marihuana geraucht oder anderweitig Drogen zu sich genommen haben und dennoch Auto fahren, ist dabei die Erfahrung der Polizei. 

Dass mehr Drogenkonsumenten erwischt werden, liegt aber auch an einer intensiveren Schulung der Polizei. So seien die Polizisten eher in der Lage, einen Drogenkonsumenten hinter dem Steuer zu erkennen. Und es gibt ein entsprechendes Nachweis-Instrumentarium bei der Polizei: So kann der Autofahrer vor Ort um eine Urinprobe gebeten werden, die untersucht wird. Zudem verfügen die Einsatzkräfte über einen Speicheltest, der ebenfalls schnell den Drogenkonsum nachweisen kann. 

Verlangsamte Reaktionen 

Das Tetrahydrocannabinol (THC) aus dem Haschkonsum hält sich dabei recht lange im Körper und schränkt die Fahrtüchtigkeit ein. Leichtsinn, euphorisierende Wirkung, verlangsamte Reaktionen sind die Folge – mit entsprechenden Verhaltensweisen beim Autofahren. Bei regelmäßigen Konsum ist das Gift oder die Spuren, die es hinterlässt, noch nach Wochen im Körper nachweisbar. Strafrechtliche Konsequenzen können nach einer Laboruntersuchung des Urins die Folgen sein. Selbst bei einmaligem Konsum dauert es lange, bis das Gift nicht mehr nachweisbar ist. 

Unangenehm für die Konsumenten: Eine medizinisch-psychologische Untersuchung kann die Folge sein, die von der Führerscheinbehörde angeordnet wird. Rechtssicher ist aber der Bluttest, der bei Verdacht auf Drogenkonsum – der durch die Schnelltests bekräftigt wird – gemacht werden muss. Was auf jeden Fall passiert bei Nachweis von Drogenkonsum hinterm Steuer: Der Führerschein ist weg und 500 Euro Strafe gibt es außerdem – beim ersten Mal. 

Weitaus gravierender sind die Strafen bei Gefährdung des Straßenverkehrs. Welche charakteristischen Auswirkungen jede Droge auf die Fahrtüchtigkeit hat, beschreibt der ADAC: „Wirkt zunächst dämpfend, später setzt Ausgelassenheit ein. Das Reaktionsvermögen leidet“. 

Präventionsarbeit an der Hönnequell-Schule 

Um gerade jungen Menschen die Gefahren des Drogenkonsums zu vermitteln, wird zum Beispiel an der Hönnequell-Schule Präventionsarbeit geleistet. „Drogen sind überall ein Thema. Wir unterscheiden uns von Köln nur durch die Größe“, erläutert Thorben Schürmann, Sozialarbeiter an der Hönnequell-Schule. Deshalb gibt es an der Schule auch eine generelle Drogenprävention, um die Schüler auf die Gefahren des Drogenkonsums hinzuweisen. 

Dazu gibt es prophylaktische Projekte. Regelmäßig – auch in diesen Tagen – besuchen die Experten der Drogenberatung „Drobs“ die Schule, um die Schüler zu informieren. Auch in der Vergangenheit gab es Maßnahmen. Das Escape-Room-Projekt oder spezielle Suchtbrillen, mit dem die Sinneseindrücke nach dem Drogenkonsum simuliert werden, lieferten den Schülern Informationen. 

Diskussion um Cannabis-Freigabe

Mit in das Thema hinein spielen die aktuellen Diskussionen um die Cannabis-Freigabe. Für Stefan Tertel, Geschäftsführer der Drobs, ist die Diskussion um die Cannabis-Freigabe viel zu unwissenschaftlich. Tertel, der jüngst gemeinsam mit Marleen Emmerich im Neuenrader Rathaus den Kommunalpolitikern im Rahmen des Jahresberichtes Rede und Antwort stand, reagierte damit auf eine Nachfrage der Bündnisgrünen. 

Stefan Tertel, Geschäftsführer der Drobs.

Die hatten eine Stellungnahme zu dem Thema angefragt. Er berichtete, dass man im Drobs-Team da unterschiedlicher Meinung sei, zudem berichtete er über viel Unwissenheit zu dem Thema, was natürlich die Diskussion schwierig mache. So würden auch viele Jugendliche denken, dass Cannabis legalisiert sei. Zudem gebe es das Problem der illegalen Strukturen. So werde der Stoff gestreckt, mit zum Teil „massiven gesundheitlichen Folgen beim Konsum“. 

Zudem gab Tertel zu bedenken, dass die Reifung des menschlichen Gehirns erst mit 25 Jahren abgeschlossen sei. Wenn es um eine Freigabe gehe, ist diese aus seiner Sicht erst ab 25 Jahren sinnvoll. Sonst könne es durchaus sein, dass jemand „in einer Psychose hängen bleibt“. Bei einem Konsum der Droge unter 25 Jahren gebe es da ein höheres Risiko. Von daher sei ihm die Diskussion zu unwissenschaftlich.

Von Peter von der Beck

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