Geld für Firma aus Neuenrade

Mit Schniewindtscher Technik den Blackout verhindern

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Bei der Schniewindt GmbH & Co. KG werden in Kooperation mit Universitäten zukunftsweisende Projekte entwickelt.

Neuenrade - Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert die Firma Schniewindt GmbH & Co. KG. Das Unternehmen erhält in den Jahren 2016 bis 2018 rund 550.000 Euro.

Insgesamt werden acht innovative Projekte im Märkischen Kreis II (Unter anderem Altena, Iserlohn, Plettenberg und eben Neuenrade) mit einer Gesamtsumme von rund 3 Millionen Euro bedacht. Das Neuenrader Unternehmen erhält das Geld als Teil des Vorhabens „KMU-innovativ Verbundprojekt: Entwicklung eines breitbandigen Strommess-Shunts mit optischem Übertragungssystem.“ Die Mittel wurden im Rahmen des Förderschwerpunkts „Produktionstechnologien“ vergeben.

Im konkreten Fall geht es um ein Projekt an dem Schniewindt mit der Uni Duisburg-Essen, Fachgebiet Energietransport- und speicherung, zusammenarbeitet. Träger des Projektes ist das Karlsruher Institut für Technologie. Hintergrund der Forschungen ist es Blackouts – also flächendeckende Stromausfälle zu verhindern.

Wie einem Schreiben zu dem Projekt zu entnehmen ist, würde allein ein nur einstündiger Stromausfall zur Mittagszeit in Deutschland durch Produktionsausfälle Schäden in Höhe von rund 600 Millionen Euro bedeuten. Um hier vorzubeugen sind stabile Stromnetze wichtig, vor allem wenn der Anteil erneuerbarer Energien wächst. So befassen sich die Projektteilnehmer, eben auch Schniewindt, mit der Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung.

Damit können große Energiemengen wirtschaftlich transportiert werden. Gleichstrom kann so wesentlich verlustärmer übertragen werden. Zudem sei die Hochspannung-Gleichstromübertragung die einzige Möglichkeit, technisch nicht zu vereinbarende Stromnetze dennoch zu verbinden oder zu stabilisieren. So könnten auch Schäden an den Energieanlagen vermieden werden.

Am Ende steigt die Netzstabilität und die Versorgungssicherheit wird erhöht. Um das alles bewerkstelligen zu können, müssen Stromschwankungen schnell und sehr präzise gemessen werden, Aktuelle Technologien zur Gleichstrommessung besitzen nicht die erforderliche Bandbreite, die für diese schnellen und präzisen Messungen nötig sind.

Entwicklung birgt Risiken

Hier setzen eben die Forschungen von Schniewindt an. So wird ein sogenanntes Shunt-System entwickelt. Shunts sind Mess-Widerstände, die eben Stromschwankungen registrieren. Dieses Shunt-System habe nun ein Alleinstellungsmerkmal, dem bei erfolgreicher Entwicklung „sehr gute Marktchancen“ eingeräumt werden. Es schützt nicht nur die Anlagen sondern setzt auch neue Maßstäbe bei der Strommessung.

Für Schniewindt bedeute das Forschungs- und Entwicklungsprojekt „einen wichtigen Meilenstein in der strategischen Entwicklung“ des Unternehmens. Sollten alle Projektziele umgesetzt werden können, so könnte sich die Schniewindt GmbH & Co. KG „eine Technologieführerschaft mit hohen Marktanteilen sichern“.

Allerdings berge die geplante Entwicklung erhebliche technische Risiken. Und die könnten eben nicht von Schniewindt als mittelständisches Unternehmen allein übernommen werden. Deshalb seien die Forschungsgelder unabdingbar, um das zukunftsträchtige Projekt auch durchführen zu können, heißt es in der Pressemitteilung.

All das scheint im Sinne einer sauberen Energieerzeugung zu sein. Um die „nachhaltige Energieversorgung für die Zukunft“ umzusetzen, sei der Ausbau der Übertragungsnetze nötig. Die neue Technologie helfe die unterschiedlichen Energiesysteme in Europa zu koppeln, zudem sei die Technik in der Lage, sich kaskadenartig ausbreitende Störungen zu stoppen und schließlich würden deutlich weniger Leitungs-Trassen, Stromspeicher und Regelkraftwerke benötigt, heißt es in der Mitteilung des Unternehmens.

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