Schmücken für das Jubiläumsschützenfest

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Den Liedtitel „Schatzi, schenk’ mir ein Foto“ haben Janina Neumann (links) und Sophie Liebich wörtlich genommen. Sie knipsten ihre ganze Nachbarschaft. ▪

AFFELN ▪ Nachdem Bürgermeister Klaus Peter Sasse und Pfarrer Andreas Schulte heute Morgen die Ergebnisse der Straßenschmückaktionen für das Jubiläumsschützenfest unter die Lupe genommen haben, wird ihnen die Wahl eines Siegers bestimmt nicht leicht fallen. Der Ideenreichtum der Bevölkerung ist enorm. In der Gunst der Jury ganz weit vorne liegen wird aber sicher die Weidenstraße.

Dort hatten Janina Neumann und Sophie Liebich ein Konzept erarbeitet. Ältere Anwohner meinten zunächst, es genüge Fahnen und Wimpelketten aufzuhängen. Aber die 19-Jährigen sagten sich: „Das reicht nicht!“ Also nahmen sie die Planung selbst in die Hand. Zig Mal schritten sie ihre Straße ab, machten Fotos und sammelten Ideen. Ihren ersten Einfall, die komplette Straße mit Kreide zu bemalen, verwarfen sie schnell wieder. Mit vielen handgemalten Skizzen besuchten sie alle Nachbarn, um sie von ihrem Vorhaben zu überzeugen und von jedem der 30 Haushalte sieben Euro einzusammeln. Lediglich ein Anwohner klinkte sich aus.

Unzählige Stunden haben die jungen Frauen an der Umsetzung ihrer Ideen gearbeitet. In den vergangenen beiden Tagen wurde die Weidenstraße nun fürs Fest herausgeputzt. Bettlaken am Ein- und Ausgang der Straße fungieren als überdimensionale Gardinen. Der Blick dahinter lohnt sich: Bögen voller Luftballons spannen sich über die Straße – „in grün-weiß, den Farben der Schützen“, sagt Sophie Liebich. 300 rote Rosen formten die 19-Jährigen aus Servietten und Krepppapier. Die stecken nun im Grün entlang der Weidenstraße. Goldene Kronen zeigen, wo ehemalige Könige wohnen. Über Zäunen und Hecken schweben weitere Luftballons – insgesamt sind es 600. Die sollten eigentlich mit Helium befüllt werden. „Das hält aber nur einen halben Tag. Und es ist blöd, wenn die Jury und der Festzug kommen und die Ballons schlapp herunter hängen“, sagt Janina Neumann. Auch aus Kostengründen entschieden sich die Zwei für Plastikstäbe. Die sponserte eine Fastfoodkette.

Eine Fotowand zeigt alle Anwohner. Darüber hängt ein Lorbeerkranz mit einem Schützenvogel, daneben einige handgemalte Banner. Das Fotografieren habe besonders viel Spaß gemacht, berichten die Mädchen. „Wir haben so viele Nachbarn überhaupt erst kennengelernt.“ Alleine dafür habe sich die Aktion gelohnt.

„Die Feuerwehr will beim Festzug einen Schlauch aufstellen, wo alle durchlaufen können“, berichtet Neumann. Auch der „Feuerwehrsound“ soll in der Weidenstraße ertönen.

Der Gewinner des Wettbewerbs und damit eines Straßenfestes wird heute Abend bekannt gegeben. Der größte Konkurrent ist in den Augen von Janina Neumann und Sophie Liebich die Stummelstraße. Aber sie nehmen es sportlich. „Das wichtigste ist, dass wir Spaß hatten. Wenn wir nicht gewinnen, hatten wir schon ein schönes Straßenfest.“ Denn zum Schmücken am Donnerstag kamen viele Anwohner zusammen. Und die beiden jungen Frauen sind überzeugt: „Die Aktion hat die Nachbarn zusammengeschweißt.“ ▪ Annabell Niemand

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