Schmuckgeschäft an der Bahnhofstraße schließt

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Im Oktober 2000 eröffnete Sabine Schröder ihr Geschäft für Schmuckdesign. Nach 13 Jahren wird sie ihren Laden aus persönlichen Gründen aufgeben. In Zukunft wird sie das Familienunternehmen in Altena betreuen.

NEUENRADE -  An der Bahnhofsstraße wird es voraussichtlich einen weiteren Leerstand geben. Im Gespräch mit unserer Zeitung erklärte Sabine Schröder, Inhaberin des Geschäftes für Schmuckdesign, dass sie ihren Laden im Sommer schließen werde. Ein Nachmieter sei bisher nicht gefunden worden.

Sabine Schröder stützt sich auf den Verkaufstresen ihres Ladens an der Bahnhofstraße. Legt die Hände ineinander. „Ich habe es jetzt eineinhalb Jahre versucht, aber es geht einfach nicht, ich kann nicht beides richtig machen“, sagt sie zögernd. Sie spricht über ihre Doppelbelastung für ihr Schmuckdesigngeschäft in Neuenrade und ihr Engagement für ihren Familienbetrieb in Altena. Aus diesem Grund hat sie sich entschlossen, im Sommer ihr Geschäft an der Bahnhofsstraße aufzugeben. „Betriebschwirtschaftliche Gründe spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle“, sagt Schröder. Ihr gehe es um den Betrieb ihrer Familie, das Juweliergeschäft Betzler in Altena. Ihre Mutter, die den Betrieb bisher geführt hatte, hätte bereits das Rentenalter erreicht. Sabine Schröder will daher zusammen mit ihrer Mutter den Betrieb in den nächsten Jahren zunächst gemeinsam führen und dann die Leitung der Firma übernehmen.

Vor 13 Jahren eröffnete sie das Schmuckdesign Geschäft in Neuenrade. Die Aufgabe des Ladens falle ihr schwer, aber für eine Weiterführung müsste eine Vollzeitkraft eingestellt werden. Ein Risiko, das sie nicht eingehen möchte.

„Ich habe hier eine tolle Kundschaft, die Neuenrader sind echte Lokalpatrioten und ich konnte immer gut mit ihnen leben“, sagt sie. Auch für die Zukunft sehe sie großes Potential für den Einzelhandel in Neuenrade. Die Entwicklung in der vergangenen Zeit sei sehr gut, auch wenn es noch eine Weile dauern könnte, bis alle Umstrukturierungen abgeschlossen seien und wirken würden. Durch den neuen Drogeriemarkt würde wieder viel Kaufkraft in die Innenstadt gelenkt werden, sagt sie. Um so schwerer falle es ihr, ihren Laden gerade in einer Zeit zu schließen, in der es wieder aufwärts gehe, erklärt Schröder. Sie will aber auch in Zukunft in Neuenrade wohnen und sich vor Ort für die Stadtentwicklung engagieren. Derzeit bemühe sie sich zusammen mit der Stadtverwaltung und dem Neuenrader Marketingverein einen Nachmieter für ihre Geschäftsräume zu finden. Es sei leider nur insgesamt keine leichte Zeit für den Einzelhandel, nicht nur für Neuenrade, betont sie. Aufgrund der Konkurrenz von Internetanbietern und großer Handelsketten würden viele Einzelhändler Investitionen scheuen, so die Inhaberin des Geschäftes. Zudem bemühe man sich einen Mieter zu finden, der sich positiv in das Stadtbild füge. Ein Spielkasino oder einen ähnlichen Betrieb will Schröder vermeiden.

Doch auch wenn nicht unmittelbar ein Nachmieter gefunden werden könne, verspricht Schröder: „Zugeklebte Schaufenster wird es hier nicht geben.“

Von Sebastian Berndt

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