Prozess am Amtsgericht Altena

Schmerzensgeld nach Unfall: Tauchte Rentnerin aus dem Nichts auf?

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Neuenrade - Tauchte eine Rentnerin aus dem Nichts auf einem Fußgängerüberweg in Neuenrade auf? Oder übersah eine 47-jährige Autofahrerin die ältere Dame, als sie am 4. Dezember 2017 von der Ersten Straße nach links in die Mühlendorfstraße einbog?

„Ich habe zwei grüne Ampeln und keine Fußgängerin gesehen“, beteuerte die Angeklagte im Amtsgericht Altena, wo sie sich wegen fahrlässiger Körperverletzung verantworten musste. Und sie ergänzte: „Deshalb bin ich losgefahren.“ Verteidiger Ulrich Schorner bekräftigte ihre Ratlosigkeit: „Sie weiß bis heute nicht, wo die Fußgängerin hergekommen ist.“ 

Richter Dirk Reckschmidt zeigte sich skeptisch, verwarf den Gedanken einer spontanen Materialisation und vermutete, dass die Autofahrerin die Rentnerin schlicht und einfach übersehen hatte. 

Einstellung des Verfahrens

Weil sich Staatsanwältin, Richter und Angeklagte über eine Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung eines zusätzlichen Schmerzensgeldes von 500 Euro für die Rentnerin verständigten, brauchte diese als Zeugin nicht mehr gehört zu werden. Doch als es um ihre Kontoverbindung ging, wurde deutlich, dass sie bei dem Unfall mehr abbekommen hatte als die im Polizeibericht vermerkten blauen Flecken. Dass sie an Krücken gehen müsse, sei immer noch auf den Unfall zurückzuführen, erklärte sie.

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