Imbiss an der Küntroper Straße

Schlemmer-Ranch versteigert: Das hat der neue Besitzer mit dem Gelände vor

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Die Schlemmer-Ranch an der Küntroper Straße wird nicht mehr öffnen und wohl zeitnah abgerissen. Auf dem Gelände sollen Sozialwohnungen entstehen.

Neuenrade/Altena – Die Tage der ehemaligen Schlemmer-Ranch an der Küntroper Straße (B 229) sind voraussichtlich gezählt.

Im Amtsgericht Altena ersteigerte der Neuenrader Unternehmer Daniel Wingen am Mittwochvormittag die hölzerne Gastronomie-Hütte und das dazugehörige Grundstück von rund 1400 Quadratmetern, um ein Projekt sozialen Wohnungsbaus zu verwirklichen: Etwa 16 Wohnungen sollen dort entstehen. Genau daran fehle es in Neuenrade, erklärte er gestern nach dem Erwerb des Grundstücks im Gespräch mit der Redaktion. 

Die bisherigen Eigentümer Heike und Michael Winkler aus Neuenrade und Martin Hasenau aus Balve, die den Imbiss als Winkler & Hasenau GbR betrieben, hatten den Weg über eine gerichtliche Versteigerung freigemacht, um dieses gemeinsam ausgeübte Recht zu beenden. Ein Gutachter schätzte den Wert der Immobilie und des Grundstücks auf rund 120 000 Euro. 

Preis von 92.000 Euro

Daniel Wingen stieg mit dem Mindestgebot von 85 400 Euro ein. Ein weiterer Bieter trieb den Preis auf 92 000 Euro, für die es letztlich den Zuschlag gab. Merkwürdigerweise wurden das Schlemmer-Ranch-Grundstück und ein angrenzender Parkplatz nicht zum Paketpreis versteigert. So ergab sich die Situation, dass der Erwerber der Schlemmer-Ranch ein hohes Interesse an der Vervollständigung des Grundstücks haben musste. Der Gutachter hatte den Wert der 550 Quadratmeter eines angrenzenden Parkplatzes auf 28 000 Euro geschätzt. Auch bei dieser Versteigerung gab es einen Mitbieter, was das letzte Gebot für den Parkplatz schließlich auf 31 000 Euro trieb. Im Ergebnis blieben beide Grundstücke aber in einer Hand – von dieser Seite steht den Bebauungsplänen somit nichts mehr im Wege. 

Laut Gutachten hatte die knapp 100 Quadratmeter große Imbiss-Hütte bei einer Gesamtnutzungsdauer von 40 Jahren eine Restnutzungsdauer von 15 Jahren und einen Restwert von 37 000 Euro. Die vorhandenen Außenanlagen taxierte der Gutachter auf 13 000 Euro. Die Summe aus diesen beiden Posten reduzierte er wegen vorhandener leichter Baumängel und wegen eines „Instandhaltungsstaus“ um 10 000 Euro. 

Weiternutzung wäre "unrentierlich"

Die Perspektiven für eine mögliche Weiternutzung als Imbiss sah der Gutachter eher kritisch: „Die Kombination aus Imbissstand und Grundstück führt zu einer unrentierlichen Nutzung“, heißt es im Gutachten. Und: Am Grundstücksmarkt bestehe „eine geringe Nachfrage nach vergleichbaren Objekten“. Der Restwert der Hütte und der Wert des Grundstücks sanken damit um weitere 20 Prozent.

Die Betreiber Heike und Michael Winkler sowie Martin Hasenau hatten den Imbiss an der Bundesstraße, der auch für Biker eine beliebte Anlaufstelle war, vor Monaten geschlossen, weil gesundheitliche Probleme Michael Winkler zur Aufgabe gezwungen hatten. Das Kücheninventar hatte Winkler erst vor wenigen Tagen an den Förderverein des Bürgerfreibades in Dellwig bei Fröndenberg verschenkt, wo das Inventar in dem dortigen Kiosk genutzt werden soll. Weil es Michael Winkler gesundheitlich mittlerweile wieder besser geht, möchte er in dem Kiosk, den künftig der Förderverein auch betreibt, mitarbeiten.

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