Freibad Friedrichstal

Historisch schlechtes Freibadjahr

Das Neuenrader Freibad Friedrichstal – hier ein Bild aus Vor-Corona-Zeiten – ist in der Region beliebt. Viele Besucher aus Nachbarstädten kommen gerne hierher.
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Das Neuenrader Freibad Friedrichstal – hier ein Bild aus Vor-Corona-Zeiten – ist in der Region beliebt. Viele Besucher aus Nachbarstädten kommen gerne hierher.

Die Freibadsaison 2020 ist die schlechteste in den vergangenen 15 Jahren. Nur knapp 14 000 Besucher registrierte die Neuenrader Stadtverwaltung für dieses Jahr.

Dass die Pandemie Ursache für das Ergebnis ist, steht außer Frage. Nur eine positive Nachricht gibt es: Es gab gar keine freibadtypischen Unfälle.

Gleichwohl: Die Zahl der Besucher musste wegen Covid-19 genauso reduziert werden, wie die Zahl der Öffnungstage. Zeitweise durften nur 300 Besucher pro Schicht das Bad besuchen. 111 Betriebstage waren es 2020, zuletzt waren es im Jahr 2007 ähnlich wenige Öffnungstage. Entsprechend mies sind auch die Einnahmen: Nur 31 000 Euro landeten netto in der Kasse. Zum Vergleich: 2018 war ein gutes Jahr. Da gab es Einnahmen in Höhe von 80 000 Euro.

Betrieb verursacht ungleich höhere Kosten

Natürlich verursacht das Freibad Friedrichstal ungleich höhere Kosten. Auch bei wenigen Besuchern muss das Wasser im Becken beheizt werden, die Lüftung muss laufen und Personalkosten gibt es auch. Dabei nutzt die Stadtverwaltung schon alle rationalen Energiesparmöglichkeiten, um die Kosten zu senken oder Abläufe zu optimieren.

Es gibt jedenfalls reichlich Zuschussbedarf. Sprich: Die Stadt Neuenrade subventioniert das Freibad jährlich mit einem stattlichen Betrag. 2015 war zum Beispiel ein relativ gutes Jahr. Damals bezifferte Kämmerer Gerhard Schumacher, der sich auch um die Finanzen des Freibades kümmert, den Kostenblock einschließlich Personal, Abschreibungen und Bauhofaufwand auf rund 350 000 Euro. Dem gegenüber standen Einnahmen in Höhe von 70 000 Euro gegenüberstehen. Damals ergab sich pro Kopf ein Zuschussbetrag von 6,80 Euro.

Zuschussbedarf von 5 Euro pro Badegast

Generell, so formulierte es der Kämmerer auf Nachfrage, betrage der grob gerechnete Zuschussbedarf pro Person rund 5 Euro. Der Betrag muss allerdings auf den Eintritt von drei Euro (Erwachsene) beziehungsweise 1,50 Euro (Jugendliche) noch addiert werden, damit so ein Bad kostendeckend arbeitet. Bei der Stadt ist man sich dieser Quersubventionierung bewusst. „Es ist eben ein Beitrag zur Gesundheitsvorsorge der Bevölkerung.“

Lange Schlangen vor dem Neuenrader Freibad sind bei gutem Wetter die Regel.

Auch Marketing setzen die Betreiber ein. Das reicht von den inzwischen etablierten Hundstagen bis hin zu den von der Vereinigten Sparkasse gesponserten Freibadpartys, die Ruf und Bekanntheitsgrad des Bades fördern. Hinzu kommen der Schwimmsport und die Integration des Bades in andere sportliche Veranstaltungen wie den Swim-Run oder den Sportabzeichentag. Sogar logistische Unterstützung gibt es bisweilen. So fuhr der Neuenrader Bürgerbus schon kostenlos zum Freibad, um vor Ort die Parksituation zu entschärfen. Nicht von ungefähr besuchen auch viele Altenaer das Neuenrader Freibad.

Viele Badegäste kommen aus Balve

Glücklich schätzen darf man sich auch, weil es im nahen Balve kein Freibad gibt. Sogar aus Werdohl oder Plettenberg kommen Besucher in das relativ abgelegene Bad. Ein Grund sei dabei, dass es einfach auch günstiger sei als das Spaßbad in Plettenberg. Weitere Daten: Wer nach einer Runde Schwimmen durchs Becken die Sonne genießen möchte, der findet im Neuenrade Freibad genügend Platz: Die Liegefläche ist rund 9600 Quadratmeter groß. Zur Ausstattung gehören auch Strandkörbe.

Sportliche Betätigungen außerhalb des Wassers sind ebenfalls möglich, denn auf dem Gelände wurden ein Beachvolleyballfeld, ein Bolzplatz und ein mit Sonnenschutz ausgestatteter Spielplatz für die kleineren Kinder ist eingerichtet, zudem eine Tischtennisplatte aufgestellt. Eine Rutsche gibt es auch. W-Lan ist inzwischen selbstverständlich im Freibad.

Ein Kiosk auf dem Gelände

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, sich kleine Snacks und Getränke zu besorgen, denn im Freibadbereich wird ein Kiosk betrieben.

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