Schlägerei vor dem Morgengrauen

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Mit einer Schlägerei in Neuenrade musste sich der Amtsrichter befassen.

Neuenrade - Die Tatzeit – 6.02 Uhr vor dem Lokal „Zur Altstadt“ – verheißt schon nichts Gutes: Kurz vor dem Morgengrauen des 25. Januar sollen drei sehr unterschiedliche Angeklagte unter Mitwirkung von zuviel Alkohol auf einen 25-jährigen Neuenrader losgegangen sein und ihn verletzt haben.

Unstrittig war eine Kopfnuss, die die jüngste Angeklagte (22) dem Geschädigten zu Beginn des Übergriffs verpasst hatte. Sie räumte den Kopfstoß im Amtsgericht Altena ein, rechtfertigte sich aber: „Er hat rumgefuchtelt mit den Händen – ich dachte, er würde zuschlagen.“ Schon im Lokal habe der Zeuge ihren Freund und dessen Vater „auf’s Übelste“ beleidigt – vor der Tür sei der Streit dann eskaliert.

Als Gedächtnisstütze packte Richter Dirk Reckschmidt eine Videoaufzeichnung aus, die den Zeugen nicht mit erhobenen Fäusten zeigte: „Dann muss ich das falsch wahrgenommen haben“, bedauerte die Angeklagte. Auch der Vater ihres Freundes (44) – ebenfalls auf der Anklagebank – versicherte, dass der Geschädigte ihn in ehrverletzender Weise beleidigt habe: „Dafür habe ich ihm eine geknallt.“ Der Freund selber (27) schloss sich an: „Ich gebe zu, dass ich den Jungen geschlagen habe, weil ich dachte, dass der meine Freundin angreift.“ Das Opfer erlitt durch die Faustschläge ins Gesicht und auf den Oberkörper einen Bluterguss am Auge, Schürfwunden und Prellungen im Gesicht. Auch das Gedächtnis hatte offenbar gelitten, da sich der 25-Jährige nur noch an die Kopfnuss zu Beginn der Keilerei erinnerte. Von weiteren Schlägen wusste er nichts mehr. „Ich war nicht schwer lädiert. Ich hatte ein blaues Auge, und mein Zeh war ein bisschen kaputt.“

 Von einem vorangegangenen Streit in der Gaststätte wollte er nichts mitbekommen haben: „Wir haben uns ganz normal unterhalten.“ Die Schlägerei sei „spontan aus der Hektik heraus passiert“, trug der 27-jährige Angeklagte vor, und auf dieser Grundlage bezweifelte Strafverteidiger Thomas Drost, dass die Angeklagten zuvor einen gemeinsamen Tatplan ausgeheckt hätten. So sei die Körperverletzung wohl eher nicht als eine gemeinschaftliche zu werten, die das mögliche Strafmaß in die Höhe treiben würde. Richter Dirk Reckschmidt sah nach der recht dünnen Aussage des Hauptbelastungszeugen allerdings noch Aufklärungsbedarf. Zur Fortsetzung des Verfahrens sollen w

eitere Zeugen geladen werden, die das Geschehen in jener Nacht nicht als Teilnehmer an der Schlägerei beobachteten.

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