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„Entscheidung überraschend“: Schausteller enttäuscht von Absage des Gertrüdchens

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Von: Carla Witt

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Schausteller Alexander Langhoff vor dem Anhänger, auf dem der Fipper verladen wurde. Er hatte gehofft, das Großfahrgeschäft in diesem Jahr wieder beim Gertrüdchen auf dem Wall aufbauen zu können.
Schausteller Alexander Langhoff vor dem Anhänger, auf dem der Fipper verladen wurde. Er hatte gehofft, das Großfahrgeschäft in diesem Jahr wieder beim Gertrüdchen auf dem Wall aufbauen zu können. © Witt, Carla

Eigentlich wollte der Schausteller Alexander Langhoff aus Plettenberg dieses Wochenende in Neuenrade verbringen; nach zweijähriger Pause hatte er sich auf das erste große Volksfest in der Region gefreut. Doch daraus wird nichts.

Neuenrade - Denn Bürgermeister Antonius Wiesemann (CDU) sagte das Gertrüdchen bereits am 12. Januar dieses Jahres erneut coronabedingt ab. „Wenn das Gertrüdchen im nächsten Jahr wieder stattfindet, dann wissen die Kleineren nicht, was ein Kinderkarussell überhaupt ist“, stellt Alexander Langhoff fest.

Mit der Entscheidung für dieses Jahr habe er nicht gerechnet, sagt Alexander Langhoff. „Nachdem wir in der Adventszeit trotz der hohen Inzidenzen mit Auflagen Weihnachtsmärkte durchführen durften, kam diese Entscheidung dann doch überraschend.“ Neuenrades Stadtoberhaupt hatte die Absage mit der fehlenden Planungssicherheit und der Unsicherheit aufgrund der Omikron-Variante begründet.

Langhoff kritisiert diese Entscheidung nicht, stellt aber fest: „Die Neuenrader sind die einzigen, die bisher abgesagt haben.“ So werde er Ende des Monats mit einigen seiner Fahrgeschäfte und Ständen nach Neheim-Hüsten fahren. „Danach hoffen wir endlich wieder auf eine ganz normale Saison. Und so planen wir auch“, sagt der Schausteller.

Doch das Gertrüdchen sei etwas Besonderes, unterstreicht Alexander Langhoff. Schon seit mehr als 60 Jahren trage die Schaustellerfamilie mit zum Gelingen des Traditionsfestes bei. „Für 2020 war geplant, dass wir mit dem Flipper, einem Kinderkarussell und Süßigkeitenständen nach Neuenrade fahren“, weiß der Plettenberger noch ganz genau. Den Flipper, ein besonders beliebtes Großfahrgeschäft, hätte er vermutlich auch in diesem Jahr in Neuenrade aufgebaut.

Dass ausgerechnet das erste große Volksfest im Jahr ausfällt, ist für die Schaustellerfamilie natürlich auch mit finanziellen Verlusten verbunden. Alexander Langhoff spricht von einem Umsatz im fünfstelligen Bereich. Nach der langen Corona-Durststrecke wären die Gertrüdchen-Einnahmen sehr willkommen gewesen. „Zumal auch sechs bis acht Mitarbeiter und somit auch deren Familien betroffen sind. Sie helfen beim Auf- und Abbau und beim Verkauf an den Ständen“, berichtet er. Auch für sie seien die letzten Jahre sehr schwierig gewesen.

Apropos schwierig: Die Corona-Hilfen für das Jahr 2020 seien Mitte des vergangenen Jahres geflossen. „Auf das Geld für 2021 warten wir noch,“ stellt Alexander Langhoff fest. Den Betrieb habe die Familie zum Glück erhalten können. „Das war unsere Zielsetzung. Auch, wenn wir dafür auf vieles verzichten mussten. Geld haben wir während der Pandemie nicht verdient.“, stellt der Schausteller fest.

Das soll sich in dieser Saison endlich wieder ändern. Und im kommenden Jahr stehe natürlich das Neuenrader Volksfest wieder im Terminkalender, verspricht Alexander Langhoff: „Wenn das Gertrüdchen 2023 stattfindet, dann sind wir natürlich wieder dabei.“

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