Kunstfenster Alte Apotheke

„Schaufenster-Lockdown“ in Neuenrade: Das steckt dahinter

Leer und dennoch mit bedeutendem Inhalt: Die Werdohlerin Annette Kögel hat am Wochenende im Kunstfenster Alte Apotheke auf die Situation der Künstler in den Zeiten der Corona-Pandemie aufmerksam gemacht.
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Leer und dennoch mit bedeutendem Inhalt: Die Werdohlerin Annette Kögel hat am Wochenende im Kunstfenster Alte Apotheke auf die Situation der Künstler in den Zeiten der Corona-Pandemie aufmerksam gemacht.

Schon wieder ein leeres Schaufenster in der Stadt? Ist die Idee Kunstfenster Alte Apotheke etwa schon nach wenigen Wochen wieder begraben worden? Diese Fragen werden sich sicher einige Neuenrader gestellt haben, die am Wochenende einen Blick auf die ehemalige Gertruden-Apotheke an der Ersten Straße geworfen haben.

Doch spätestens beim zweiten Hinschauen konnten die Betrachter feststellen, dass das Schaufenster eben nicht nur ausgeräumt war, sondern, dass die Werdohler Künstlerin Annette Kögel das Thema „Leere“ ganz bewusst in den Mittelpunkt gerückt hatte.

„Ohne Kunst ist es leer“ – die Aussage dieser Worte, die gleich drei Mal im Schaufenster zu lesen waren, haben einen direkten Bezug zur Corona-Pandemie. „Ich möchte darauf aufmerksam machen, dass diese Zeit insbesondere auch für Künstler eine sehr schwere ist“, stellt Annette Kögel fest. „Besonders Musiker oder zum Beispiel Künstler, die am Theater aktiv sind, trifft es sehr hart. Sie können ihrem Beruf sei Monaten nicht mehr nachgehen.“

Künstler sind auf finanzielle Hilfe angewiesen

Dass alles getan werde müsse, um die Verbreitung des Virus zu verhindern, das sei selbstverständlich. Dennoch dürfe man nicht vergessen, dass Künstler jetzt auf finanzielle Hilfen angewiesen seien. „Wobei es nicht nur ums Geld geht“, unterstreicht Annette Kögel. „Das Wort Beruf kommt von Berufung. Künstlern ist durch die Corona-Pandemie quasi der Lebensinhalt weggebrochen. Sie sind zum Nichtstun verdammt.“ Und: „Auch die Menschen vermissen die Kunst. Gerade in diesen schweren Zeiten, sind sie froh, wenn sie etwas Schönes zu sehen bekommen. Das habe ich während des Adventsverkaufs hier mehrmals gehört. Wenn es keine Kunst mehr geben würde, wäre das für viele Menschen sehr traurig und trostlos.“

Nachdem sie für den „Schaufenster-Lockdown“ an der Ersten Straße am Samstag alle Kunstwerke weggeräumt hatte, hat sie das Kunstfenster Alte Apotheke am Montagmorgen wieder mit Objekten und Bildern bestückt, die noch etwa bis Mitte Januar dort ausgestellt werden sollen. Anschließend sind die Nachwuchskünstlerinnen und -künstler der Kiku Kunstwerkstatt an der Reihe.

Kögel zieht eine rundum positive Bilanz

Rückblickend auf die Zeit seit dem 28. November – an diesem Tag hatte der Adventsverkauf begonnen – zieht Annette Kögel eine rundum positive Bilanz. „Diese Aktion hat sich mit den Hygienevorschriften wunderbar vereinbaren lassen.“ Sie habe sich Zeit für Gespräche mit den Besuchern genommen – natürlich mit Mund-Nase-Schutz und ausreichend Abstand.

Zudem sei sie dankbar für die Möglichkeit, ihre Kunstwerke in Neuenrade verkaufen zu können. „Besonders die Klopapier-Bilder sind sehr gut angekommen. Davon habe ich sogar noch einige nachproduziert“, vermutet die Künstlerin, dass der eine oder andere eventuell eines dieser speziellen Pandemie-Bilder unterm Weihnachtsbaum finden könnte.

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