Schäferhundverein Neuenrade-Küntrop

Endgültiges Aus für Hundesport am Erlhof

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Gedrückt war am Mittwoch die Stimmung bei der letzten Übungsstunde des Schäferhundvereins auf dem eigenen Platz am Erlhof.

Küntrop - Der Schäferhundverein Neuenrade-Küntrop ist ohne eigenen Übungsplatz: Sein Domizil am Erlhof musste der Verein aufgeben. Ein Teil der Aktivitäten geht an anderer Stelle weiter.

Am Donnerstag war Schlüsselübergabe: Die Firma Kohlhage, die das Gelände viele Jahre lang zur Verfügung gestellt hatte, braucht es demnächst für einen Anbau – und übernimmt immerhin die Kosten für den Abriss des Vereinsheims. „Sonst wären wir mit einem Schlag pleite gewesen“, sagt der Vorsitzende Marvin Jansen.

Damit wenigstens die Hundeschule – sonntags ab 11 Uhr – weitergehen kann, nutzt der Schäferhundverein vorübergehend eine im Privatbesitz befindliche Wiese in Plettenberg, allerdings nur als Gast.

Ähnliches hatten auch der Schäferhundverein und der Boxerclub aus Lüdenscheid angeboten. Die Suche nach einem dauerhaften Gelände geht für die Neuenrader Hundefreunde also weiter.

Die Mitglieder sind verzweifelt

Bisher hatten die Tiere auf rund 12.000 Quadratmetern jede Menge Platz zum Üben und Toben. Ganz so groß muss ein zukünftiger Hundeplatz nicht sein, und auch eine unmittelbare Nähe zu Neuenrade ist kein Muss.

Die Hundeschule wird auch weiterhin angeboten.

Einige Angebote habe es zwar gegeben, die konnte sich der Verein aber nicht leisten: Ein Grundstücksbesitzer etwa habe 100.000 Euro haben wollen, erzählt Marvin Jansen. „Mittlerweile suchen wir so verzweifelt, dass wir fast alles nehmen würden.“

Entsprechend gedrückt war die Stimmung bei der letzten Übungsstunde auf dem alten Gelände am Mittwoch. Über die Firma Kohlhage, die mehr als 50 Jahre lang den Platz kostenfrei zur Verfügung gestellt hatte, sind die Mitglieder nicht verärgert.

Auch der Firma Schniewindt sind die Mitglieder sehr dankbar: Das Unternehmen hatte unbürokratisch die Energieversorgung des Vereinsheims sichergestellt, das der Verein vor rund 40 Jahren in Eigenregie errichtet hatte.

Enttäuschung über den Bürgermeister

Mehr Unterstützung hätten sich die Mitglieder aber aus dem Rathaus gewünscht: „Ich habe mich eine halbe Stunde lang mit dem Bürgermeister unterhalten“, berichtet der Zweite Vorsitzende Frank Stöffer. Danach habe sich das Stadtoberhaupt nie wieder gemeldet.

Bürgermeister Wiesemann bestätigt dieses Treffen auf Nachfrage. Mehrere Gespräche mit Grundstücks-Eigentümern habe er danach geführt. „Ich bin immer bemüht, die Dinge auf dem kurzen Weg zu regeln“, sagt Wiesemann.

Etwa 12 000 Quadratmeter bot das Gelände.

Letztlich habe aber kein Grundstück die Voraussetzungen des Vereins erfüllen können. Trotz mehrfacher Anrufe und Rückruf-Bitten habe der Bürgermeister niemanden vom Verein erreicht – und dieser habe auch seinerseits keinen Kontakt mehr aufgenommen.

„Wenn man hier so steht, dann kommen einem schon ein bisschen die Tränen“, gesteht Kassierer Heinz Peter Schauerte. Die letzte Übungsstunde war auch ein Abschiednehmen vom lieb gewonnenen Hundeplatz. Alles, was noch zu gebrauchen war, mussten die Mitglieder abbauen.

Die Hundefreunde kämpfen weiter

Wenn der Abrissbagger später abrückt, dann wird am Erlhof also kaum noch etwas auf den Schäferhundverein hinweisen. Der harte Kern der Hundefreunde kämpft jedoch weiter für das Bestehen des Vereins.

Wer dem Verein ein Gelände, auch zur Miete, überlassen kann, wird gebeten, sich mit Frank Stöffer, Tel. 0173/7250207, in Verbindung zu setzen.

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