Übungsplatz wird geschlossen

Hundefreunde suchen eine neue Bleibe

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Marvin Jansen mit Husky Chicko auf dem Übungsgelände, in direkter Nachbarschaft zur Firma Kohlhage.

Küntrop - Der Schäferhundverein Neuenrade-Küntrop kämpft ums Überleben: Ende September muss der Verein seinen Übungsplatz verlassen. Die Suche nach einem neuen Platz dürfte schwierig werden.

Seit mehr als 50 Jahren nutzt der Schäferhundverein, der schon zahlreiche Preise gewonnen hat, das Gelände am Erlhof auf dem Grundstück der Firma Kohlhage. Die jedoch braucht das Gelände für einen Anbau. Deswegen müssen Hunde und Besitzer den Platz Ende September verlassen.

„Der jetzige Platz ist ideal für unsere Arbeit“, erklärt der Erste Vorsitzende Marvin Jansen. Auf rund 12.000 Quadratmeter schätzt er das Gelände – genügend Raum zum Auslauf, für Hürden und Verstecke sowie einen Parkplatz. „Etwas in der Größenordnung ist schwer zu bekommen“, ergänzt der Zweite Vorsitzende Frank Stöffer.

Aber 3000 Quadratmeter sollten es schon sein, idealerweise in der Umgebung von Neuenrade und auf einer Wiese. Dazu sollte sich der künftige Übungsplatz möglichst am Stadtrand oder in einem Gewerbegebiet befinden, denn Hunde, so erklärt Jansen, machen Lärm. Auch ein neues Vereinsheim sollte sich einrichten lassen.

Der Sprung über die Hürde ist für die Hunde eine Herausforderung.

Der Schäferhundverein – in dem Hunde aller Rassen Platz haben – wurde in den frühen 90er-Jahren gegründet, seine Wurzeln reichen aber bis ins Jahr 1911 zurück. Jetzt, nach mehr als 100 Jahren, ist der Verein ernsthaft in Gefahr.

Denn ohne einen Übungsplatz sind dessen Tätigkeiten kaum möglich. Dazu gehört zunächst die Hundeschule: Jeden Sonntag können Hundefreunde mit ihren Tieren ab 11 Uhr Grundgehorsam und Verhalten trainieren.

Problemhunde brauchen regelmäßige Übungen

„Einige Problemhunde haben sich sehr gut gemacht“, sagt Ausbildungsleiterin Kirsten Berger. „Da wäre es problematisch, wenn die regelmäßigen Übungen wegfallen.“

Auch der Hundesport gehört zu den Vereinstätigkeiten: Die Tiere lernen, sich ihren Besitzern unterzuordnen, werden zu Begleithunden ausgebildet und in Disziplinen wie Obedience (Gehorsam) oder Agility (Beweglichkeit) geprüft. Auch der Schutzhundesport ist Teil der Vereinsarbeit.

Dafür braucht es vor allem viel Platz. Der steht am Erlhof künftig nicht mehr zur Verfügung. Ein neues Gelände würde den Vereinsmitgliedern viel Arbeit machen: Wenn es sich um einen Acker handelt, müssen die Mitglieder eine Grasfläche anlegen, Zäune und Beleuchtung müssen her sowie ein neues Vereinsheim.

Die Mitglieder wollen unbedingt weitermachen

Wir würden auch Pacht zahlen“, erklärt Kerstin Berger. Viel Aufwand und enorme Kosten, die auf den Verein zukommen und die sich vermutlich nur durch Spenden decken lassen.

Am wichtigsten ist aber, dass es überhaupt einen Ort gibt, an dem sich die Mitglieder mit ihren Hunden treffen können. Denn in einem sind sie sich alle einig: „Wir wollen unbedingt weitermachen!“ Wer einen geeigneten Ort hat oder kennt, kann sich beim Verein melden, Kontaktdaten sind auf der Internetseite zu finden.

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