Schädlingsbekämpfung: Dem Nagekäfer wird eingeheizt

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Ein Denkmal mit Schädlingsbefall: Die Küntroper Kirche

Küntrop/Neuenrade - Die Küntroper Kirche ist derzeit eingerüstet und das wird auch noch ein Weilchen so bleiben: Denn zum einen soll Schädlingen im Gebälk der Garaus gemacht werden und zum anderen soll auch das große Kirchendach neu gedeckt werden.

Darauf wies am Montag Holger Böse, stellvertretender Vorsitzender im Kirchenvorstand von St Georg, Küntrop, hin.

Vor der Sanierung des Kirchendaches gilt es allerdings dem Gewöhnlichen Nagekäfer und dem Scheibenbock den Garaus zu machen. Die tun sich nämlich an dem Gebälk der denkmalgeschützten Kirche gütlich. Die Verantwortlichen haben daher ein Spezial-Unternehmen angeheuert, dessen Mitarbeiter diesen Insekten mit Hitze zu Leibe rücken wollen. Wie Holger Böse erläuterte, werde das Gebälk mit Hilfe von heißer Luft über mehrere Tage auf 55 Grad Celsius gebracht und gehalten. Das ist zu viel der Hitze für Scheibenbock und Co.

Der Aufwand ist allerdings nicht unerheblich: So wird die Kirche eingerüstet, dann werden Lüftungszugänge zum Dachstuhl fabriziert, durch die wiederum die Luft, welche zuvor mit Brenner entsprechend erhitzt wurde, in den Dachbodenbereich dann eingeleitet wird. Bis die Holzteile die entsprechende Temperatur haben, dauere es eben entsprechend. Wahrscheinlich laufe die Vorrichtung über das Wochenende. Die Hitze sorge dafür, dass das Eiweiß der Insekten geschädigt werde. Die Tiere stürben schon bei Temperaturen leicht unter 50 Grad Celsius, aber bei einer Temperatur von konstant 55 Grad Celsius sei die Einwirkzeit geringer. Im Holz jedenfalls bedeute das den Tod der Insekten in all ihren Stadien – von Ei über Puppe oder Larve –durch die Gerinnung des körpereigenen Eiweißes, heißt es auf dem Portal www.holzfragen.de.

Schon in den 90er Jahren wurde Holzwürmer in der Kirche bekämpft und vor zwei Jahren gab es eine größere Schädlingsbekämpfungsaktion für das Küntroper Denkmal. Seinerzeit gingen Schädlingsbekämpfer aus dem Norddeutschen gar mit Giftgas gegen den massiven Holzwurmbefall vor. Das Bistum unterstützte das Vorhaben finanziell. Zu der Zeit waren nicht nur die Deckenbalken der Kirche befallen – sogar die Orgel und die Kirchenbänke waren durch die Insekten in Mitleidenschaft gezogen worden.

Die thermische Bekämpfung der Schädlinge beeinträchtige den Kirchenbetrieb nicht wesentlich, sagte Holger Böse. Der Kirchenbetrieb laufe weiter. Nach dieser Maßnahme geht es gleich weiter, dann bekommt am 20. März das große Dach der Kirche eben eine neue Schieferbedachung.

Von Peter von der Beck

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