Jahreshauptversammlung / Keine Fusion mit St. Michael-Chor oder Shalom Chor

Sängermangel: Kirchenchor Cäcilia Werdohl-Neuenrade löst sich auf

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Die Sängerinnen und Sänger diskutierten lebhaft über die Zukunft des Kirchenchores.

Neuenrade - Der Kirchenchor Cäcilia Werdohl-Neuenrade löst sich in seinem 84. Jahr wegen zu geringer Sängerzahlen auf. Dies wurde während der Jahreshauptversammlung am Montagabend beschlossen. Die Auflösung soll im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 13. März um 19 Uhr im Philipp-Neri-Haus stattfinden.

Seit zwei Jahren sinkt die Mitgliederzahl des Kirchenchores: 28 waren es im vergangenen Jahr, 16 waren es noch bis Montag. Und bereits während der Versammlung musste Andreas Hupperich, Vorsitzender, drei weitere angekündigte Austritte bis zur Jahresmitte verzeichnen.

Die Zukunft des Chores zu diskutieren, nahm viel Zeit in Anspruch. Während einige die Gemeinschaft lobten und den Spaß am Gesang, fehlten für andere diese Aspekte. Für die Mitglieder ein ernsthafter Grund, sich vom Kirchenchor abzuwenden. Kritik und Lob waren gleichermaßen zu hören. 

Unabwendbar ist, dass viele der Werdohler Mitglieder mangels eigener Fahrgelegenheit nicht mehr an den Proben und Auftritten teilnehmen können. 

Präses Pater Irenäus (links) ehrte gemeinsam mit Andreas Hupperich (rechts) Johanna Großheim, Helga Witt, Ursula Michna (von links) für ihre langjährige Mitgliedschaft.

Für Verärgerung sorgte, dass weder der St. Michael-Chor noch der Shalom-Chor den Sängern unterstützend zur Seite stehe. Josef Brockhagen, der als Shalom-Vorsitzender an der Kirchenchor-Versammlung teilnahm, erteilte einer Fusion eine Absage. Gründe dazu wollte er nicht nennen. 

Um den Kirchenchor vor der Auflösung zu bewahren, versuchten die Mitglieder Ideen zu sammeln. Präses Pater Irenäus stellte jedoch dar, dass Kirchenchöre an Attraktivität, auch bei jungen Leuten, verloren hätten. Dies läge oftmals an den Auftritten an Wochenenden und bei Hochfesten. 

Ernüchternde Realität

Die Realität sieht so aus: Chorleiterin Lucia Kleinhammer probt mit acht Sopran-, fünf Alt- und drei Männerstimmen. Selbst der Vorsitzende Andreas Hupperich sieht sich gesundheitlich nicht mehr in der Lage, auf Dauer in dem Chor mitzusingen. 

Letztlich waren es noch zwölf Teilnehmer, die bei der Versammlung ernsthaftes Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit zeigten. Um weiterhin als Kirchenchor zu bestehen, sei dies zu wenig. 

So ausführlich und kontrovers die Diskussion waren, so kurz und eindeutig fiel die Abstimmung aus: 14 Teilnehmer stimmten der Auflösung zu, vier waren dagegen, es gab eine Enthaltung. 

Einstimmig wurde dem Antrag des Vorsitzenden gefolgt, nicht die auf der Tagesordnung stehenden Neuwahlen des ersten Vorsitzenden, der ersten Schriftführerin, der zweiten Notenwartin und der zweiten Kassenwartin durchzuführen. Stattdessen soll der Vorstand bis zum März unverändert bleiben. Bis dahin solle außerdem weiter geprobt werden. 

Chorleiterin Lucia Kleinhammer dankte allen Sängern und Sängerinnen für ihren Einsatz bei den zurückliegenden Auftritten, darunter acht bei kirchlichen Anlässen, zwei auf Konzerten und einem am Büdchen. Höhepunkt sei das Weihnachtskonzert gewesen. 

Geehrt wurden mit der silbernen Brosche und Urkunde vom Cäcilienverband für 25-jährige Mitgliedschaft Helga Witt, Johanna Großheim und Barbara Golka. Eine Urkunde für ihre zehnjährige Mitgliedschaft bekam Ursula Michna verliehen.

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