Sachen gehen direkt zu den Bedürftigen

Werner Pannewig und Manfred Haug schauen sich die Spenden an.

NEUENRADE ▪ Zuallererst, so Werner Pannewig, Vorsitzender des Vereins „Eddy hilft“ wolle er sich für alle Spenden der Neuenrader Bürger bedanken. Ohne sie, so sagt er, könnte der Verein bedürftigen Familien nicht in diesem Maße helfen.

Und auch wenn Ministerin Ursula von der Leyen sage, die Kinderarmut in Deutschland gehe zurück, zeige seine eigene Erfahrung ein ganz anderes Bild. In den Räume der Neuenrader Kinderkunstwerkstatt, in denen Spenden abgegeben werden konnten, stapelten sich Säcke und Kisten. Dabei passten die Spenden der Bürger nur knapp in den mitgebrachten Anhänger. Diese Gaben, so Pannewig, würden dringend benötigt und direkt an bedürftige Familien weitergeleitet. Überraschenderweise bestünde ein besonderer Bedarf an Hosen und Schuhen. Diese seien wesentlich öfter nachgefragt als Pullover, auch in den Wintermonaten. Es fänden aber alle Spenden einen neuen Besitzer, sagt Geschäftsführer Manfred Haug. „Wir haben auch noch eine Bekleidungskammer.“ An sich, erklären die beiden, ist alles bereits verplant. Sie haben eine Liste, wer was benötigt und bekommen soll.

Die Arbeit der Organisation konzentriert sich nicht mehr nur auf Neuenrade. Mittlerweile agiert der Verein „Eddy hilft“ auch überregional. So erzählt Pannewig von einem Fall aus Dortmund, bei dem die Eltern die Familienplanung eigentlich abgeschlossen hatten. Die Mutter wurde aber erneut schwanger, die Familie konnte sich jedoch eigentlich kein weiteres Kind leisten. Durch einen Spendenaufruf in Neuenrade und den umliegenden Gebieten kam eine komplette Erstausstattung – Kleidung, ein Bettchen, ein Kinderwagen – zusammen. „Neuenrade kann sich also als Pate dieses Kindes sehen“, sagen die Helfer

Man solle meinen, dass die Spendenbereitschaft nach mehreren Aufrufen nachließe. Laut Pannewig sei aber das genaue Gegenteil der Fall. Es würden immer mehr Menschen etwas abgeben. Dabei handelt es sich nicht nur um Kleidung. Auch ein paar Inline-Skates und Spielwaren luden die beiden Helfer jetzt in ihren Anhänger. Und sie erwähnen, dass sie auch noch Geburtstagspaten suchen. Es ginge dabei nicht um große materielle Geschenke. „Meistens sind es, genau wie an Weihnachten, Dinge die für uns alltäglich sind. Einmal die Geschwister ins Kino einladen, oder einen Ausflug in den Freizeitpark.“ All das, sagt Pannewig, sei für diese Familien nicht möglich. Aber vielleicht, so hofft er, findet sich jemand, der helfen möchte. ▪ Stefanie Gerdes

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare