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Rund 90 Kinder sammeln fleißig

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Von: Andrea Kellermann-Michels

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Alle Sternsinger aus Affeln, Altenaffeln und Blintrop kamen im Gottesdienst noch einmal zusammen.
Alle Sternsinger aus Affeln, Altenaffeln und Blintrop kamen im Gottesdienst noch einmal zusammen. © Michels, Andrea

Mit 90 Kindern, die am Wochenende fleißig Spenden für die Sternsinger-Aktion sammelten, war fast eine Hundertschaft im Stadtkern und den Ortsteilen unterwegs. Neben Geldspenden gab es auch die eine oder andere Süßigkeit für die Kinder. Im Hintergrund waren viele Erwachsene aktiv, um den Kindern den Rücken freizuhalten. 

Neuenrade – „Kinder stärken, Kinder schützen“ in Indonesien und weltweit. Unter diesem Motto steht die Aktion Dreikönigssingen 2023. Fast 50 Jungen und Mädchen aus Blintrop, Altenaffeln und Affeln kamen am Sonntag zusammen um an der Sternsingeraktion teilzunehmen. Gemeinsam zogen sie mit Dechant Schulte in den Gottesdienst ein.

„Wir brauchen wieder gute Nachrichten und es ist schön, dass so viele Kinder und Jugendliche die Bereitschaft zeigen mitzumachen“, betonte Dechant Schulte. In Blintrop machten sich zehn Jungen und Mädchen und in Altenaffeln zwölf auf den Weg von Haus zu Haus zu gehen. In Affeln waren es 26 Kinder und Jugendliche, die in sieben Gruppen aufgeteilt durchs Dorf liefen, um Spenden zu sammeln. Die Sternsinger sollen mit ihren Kronen an die heiligen Drei Könige erinnern, Caspar, Melchior und Balthasar, die das Jesuskind in der Krippe aufsuchten. Einen Stern gibt es in jeder Gruppe, welcher symbolisch für den hellen Stern von Bethlehem steht. Die Sternsinger sammeln in jedem Jahr für einen guten Zweck. In diesem Jahr wird die Spende geteilt. Zum Teil geht es, wie in jedem Jahr an Schwester Damian und eben zum Teil an jene ALIT-Stiftung. Diese Stiftung zeigt unter anderem wie in Indonesien Kinderschutz und Kinderpartizipation gefördert werden. Seit mehr als zwanzig Jahren unterstützt ALIT schon an mehreren verschiedenen Standorten und bietet Präventionskurse an. Dort lernen Kinder was sie stark macht, wie zum Beispiel Zusammenhalt und Freundschaft. Die drei Gemeinden bedanken sich bei den Jungen und Mädchen für ihr Engagement.

Auch in der Kernstadt Neuenrade wurde gesammelt: „Ein bisschen – ganz ehrlich – mache ich das auch wegen der Süßigkeiten“, gesteht Luca Aumann. Er ist in diesem Januar erstmals Sternsinger –und kommt nach seiner Vormittagsrunde mit seinen beiden Mitstreitern gerade zum Mittagessen am Philipp-Neri-Haus an. „Aber es ist auch gut, so anderen Kindern helfen zu können“, sagt er. „Damit die auch so leben können, wie wir das schon tun“, vollendet Bjarne Becker den Satz seines Vorredners. Rion Francis Alexander steht zwischen zweien, schaut von einem zum anderen und nickt die ganze Zeit über.

Die drei sind sich also einig aber auch hungrig. Also befestigen sie schnell noch den Segensgruß „20*C+M+B+23“ an der Tür zur Sakristei der St.-Mariä-Heimsuchung-Kirche und sprinten dann ins Neri-Haus, wo es Nudeln mit Bolognese-Sauce für alle Caspars, Melchiors, Balthasars und Sternträger an diesem Samstag gibt. Insgesamt sind es in diesem Jahr 40. Vor der Covid19-Pandemie waren es meist zwischen 50 und 60. Ein wenig hat Corona also noch seine Nachwirkungen. Doch die Neuenrader Sternsinger-Truppe wird seit jeher auch von Erwachsenen aufgefüllt, die quasi das Rückgrat der Dreikönigstags-Spendensammler bilden. Zu diesen alten Recken zählen Shari Kelle, Simone Langhammer, Robert Kaluza und Steven Scheumann. Die vier lassen den Kindern und Jugendlichen beim Mittagsimbiss dann auch den Vortritt und sind derweil noch auf den Straßen Neuenrades unterwegs.

Sie haben dabei beobachtet, dass sie von den Gläubigen ausgesprochen freundlich begrüßt werden. „Man merkt den Leuten an, dass ihnen etwas gefehlt hat in den vergangenen Jahren“, hat Langhammer den Eindruck. „Sie sagen: ‘Schön, dass Sie wieder da sind’ und betonen das ‘wieder’ ganz besonders“, ergänzt Scheumann. „’Mit Euch habe ich gar nicht mehr gerechnet’ hat auch einer gemeint“, erzählt Kelle. Und Kaluza fasst es so zusammen: „Von zwei bis 97 Jahren alt waren die, die wir bisher angetroffen haben. Was sie eint: Bei allen strahlen die Augen.“

Und so ziehen sie weiter von Haus zu Haus. In Neuenrade werden derart noch sämtliche katholischen Haushalte angesteuert. Anmeldungen sind nicht vonnöten. So kommt es auch vor, dass die Sternsinger einmal vor einer verschlossenen Türe stehen, „doch 80 Prozent machen uns schon auf“, ist Langhammer glücklich.

70 Prozent der Sternsinger 2023 feierten in diesem Jahr ihre Premiere. Nach zwei Jahren Zwangspause sind also viele neu dabei. Und genauso wie die sprichwörtlich alten Hasen klappern auch diese 50 bis 60 Haushalte an diesem Samstag ab.

Bjarne Becker, Rion Francis Alexander und Luca Aumann wollen anderen Kindern helfen.
Bjarne Becker, Rion Francis Alexander und Luca Aumann wollen anderen Kindern helfen. © s
Immer noch dabei: Robert Kaluza, Shari Kelle, Steven Scheumann und Simone Langhammer.
Immer noch dabei: Robert Kaluza, Shari Kelle, Steven Scheumann und Simone Langhammer. © Koll, Michael

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