SPD holt in Neuenrade mehr Zweitstimmen

Rote Trendwende

Briefwahlvorstand in der Schule
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Die Briefwahlvorstände hatten am Sonntagabend einiges zu tun.

„Neuenrade ist rot!“ Der SPD-Ortsvorsitzende Thomas Wette war Sonntagabend rundum zufrieden, nachdem kurz vor 21 Uhr alle Wählerstimmen ausgezählt waren.

Die Sozialdemokraten haben bei der Bundestagswahl in der Hönnestadt 29,76 Prozent der Zweitstimmen erringen können – und damit die CDU (29,31 Prozent) knapp überholt.

„Wir freuen uns, dass uns das nach Jahren gelungen ist. Wir konnten in Neuenrade knapp vier Prozent zulegen“, erklärte Wette. Der Sozialdemokrat zeigte sich überzeugt, dass das gute Abschneiden der SPD in Neuenrade auch lokale Bezüge habe. „Es ist sicher auch auf die Chaospolitik der CDU und ihres Bürgermeisters in den vergangenen Monaten zurückzuführen.“

„Direkter Draht“ nach Berlin

Nicht ganz so gut sehe es für Bettina Lugk, die Nachfolgerin der langjährigen Bundestagsabgeordneten Dagmar Freitag aus: Sie konnte 31 Prozent der Wähler von sich überzeugen, CDU-Kandidat Paul Ziemiak 34,99 Prozent. „Bettina Lugk hat es nicht direkt geschafft. Sie ist aber über die Liste abgesichert. Wir haben also weiterhin einen direkten Draht nach Berlin – und das freut uns.“ Dennoch feiere die SPD nur verhalten: „Wir hätten uns auf Bundesebene ein noch deutlicheres Ergebnis gewünscht.“

AfD-Ergebnis bereitet Sorgen

Von einem „Kopf-an-Kopf-Rennen“ auf Bundesebene sprach der CDU-Fraktionschef Mark Hantelmann. Das spiegele sich auch in der Hönnestadt wieder. „Ich habe selten eine so offene Wahl erlebt“, bilanzierte er. Eine Prognose zu möglichen Koalitionen sei momenten noch nicht möglich. „Sicher ist nur: Die Wähler möchten keine große Koalition mehr.“ Mit Blick auf das Neuenrader Ergebnis bereite ihm das Erstarken der AfD Sorgen, sagte Hantelmann. Afd-Kandidat Daniel Bläsing konnte acht Prozent der Erststimmen auf sich vereinigen. „Und das, obwohl die AfD auf Bundesebene Federn lassen musste.“

„NRW-Erfolgsmodell“ auf Bundesebene

Der FDP-Vorsitzende Michael Hammer zeigte sich mit dem Abschneiden seiner Partei in der Hönnestadt zufrieden: „13,4 Prozent bei den Zweitstimmen, das ist fast das Ergebnis der Kommunalwahl“, bilanzierte er. Auf Bundesebene habe er sich allerdings ein noch besseres Ergebnis für die Freien Demokraten gewünscht. Er könne sich nun aber sehr gut vorstellen, dass Koalitionsverhandlungen mit der Union zum Erfolg führen könnten. Ein Blick auf die NRW-Landesregierung beweise, dass diese Partnerschaft ein Erfolgsmodell sei: „Ich halte die Landesregierung in NRW für hervorragend.“

Grüne Politik gewinnt immer mehr an Bedeutung

Grünen-Sprecher Ralf Biehl zeigte sich mit dem Abschneiden der Partei und dem Stimmenzugewinn von fünf Prozent in Neuenrade zufrieden. „Es ist noch nicht gelungen, CDU und SPD vom Sockel zu stoßen.“ Doch das Ergebnis zeige, dass grüne Politik perspektivisch an Bedeutung gewinne. „Wobei das Sauerland ein schwieriges Pflaster ist.“ Klar sei auch, dass die zukünftige Regierung dem Thema Klimaschutz einen hohen Stellenwert einräumen müsse. „Wobei das mit einem Partner wie der FDP schwierig werden dürfte“, stellte Biehl fest.

Zufrieden mit dem Verlauf der Bundestagswahl zeigte sich auch Frank Staffel, der Bereichsleiter Zentrale Dienste. Es habe im Laufe des Tages keine besonderen Vorkommnisse gegeben, „alles ist gut verlaufen und in den Wahllokalen war viel los“, berichtete er im Sitzungssaal des Rathauses, wo die Wahlergebnisse in überschaubarem Rahmen präsentiert wurden.

Das erste Ergebnis aus dem Wahllokal Blintrop traf um 18.37 Uhr ein. Bis schließlich alle Ergebnisse vorlagen, mussten sich die Neuenrader dann aber noch bis etwa 21 Uhr gedulden: Der Briefwahlbezirk im Kulturschuppen musste ein zweites Mal ausgezählt werden.

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