Rosa Tannenzapfen setzen

In Altenaffeln wurden Exemplare der historischen Kartoffelsorte gesetzt.

Altenaffeln/Neuenrade -   Vitelotte, Cilena, Rosa Tannenzapfen, Rote Emmalie, Linda und King Edward – klangvolle Namen für historische Kartoffelsorten. Die wurden jetzt von Heinz-Georg Wegener in Altenaffeln angepflanzt. Geerntet werden sollen diese Kartoffeln am 1. September, auf dem großen Jubiläum in Altenaffeln – natürlich mit historischen Geräten, eben so, wie Bauern zu früheren Zeiten die Kartoffeln geerntet haben.

Direkt neben diesem Feld wird dann auf dem Jubiläum die Kartoffeldämpfmaschine zum Einsatz kommen, um diese besonderen Kartoffeln entsprechend zuzubereiten.

Übrigens: Der Zeitpunkt des Kartoffelsetzens wurde von den Experten nicht zufällig gewählt. Nach dem alten Mondkalender sei jüngst die richtige Zeit gewesen, um die Kartoffeln in die Erde zu bringen und so einen optimalen Anwuchs und reichlich Ernte zu erzielen, teilen die Altenaffelner mit.

Die wollen nun unter anderem den Rosa Tannenzapfen wachsen lassen. Das ist eine Kartoffelsorte, die vermutlich vor 1850 bereits angepflanzt wurde und wohl aus England stammt. In diesen Tagen wurde sie reaktiviert und ist in diesem Jahr gar zur Kartoffel des Jahres gekürt worden. Die Kartoffel des Jahres wird seit 2006 von einer Jury von deutschen Umwelt-, Verbraucher- und landwirtschaftlichen Organisationen gewählt. Mit der Wahl soll auf die Vielfalt der Kartoffelsorten hingewiesen, diese erhalten und gefördert werden.

Der Rosa Tannenzapfen zählt zur Gruppe der Fingerkartoffeln. Durch Verwachsungen und den sogenannten Zwiewuchs entstehen die unterschiedlichsten Formen. Dabei ist diese Kartoffelsorte bei Bauern und professionellen Verarbeitern nicht unbedingt so beliebt, weil sie recht schwierig zu ernten und zu schälen ist. Und soll daher vom Markt fast verdrängt worden sein. Dafür soll sie aber recht gut schmecken. Die Knolle weise gelbes, festkochendes Fleisch auf, das durch ein sehr fruchtig intensives Aroma besteche. Gourmets und Gärtnern sei die Sorte gut bekannt und aus einer breiten Kartoffelvielfalt nicht wegzudenken, heißt es in einer Veröffentlichung des „Vereins zu Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt“.

Exotisch Anmutendes gibt es in Altenaffeln auch: In die Erde gebracht wird die Vitelotte, auch Negrèsse, Truffe de Chine oder blaue französische Trüffelkartoffel genannt. Das ist eine blau-violette Ur-Kartoffelsorte. Sie stammt aus Peru und Bolivien, der südamerikanischen Urheimat der europäischen Kartoffel, und wird dort bis heute kultiviert. Die Kartoffel gilt als Teil des deutschen kulturellen und kulinarischen Erbes, heißt es zumindest bei dem Online-Lixikon Wikipedia. Die ersten Kartoffeln wurden in Europa im 15. Jahrhundert in Europa angebaut, die Kultivierung dieser heute noch erhaltenen Kartoffelsorten begann ca. 1830 in Deutschland. - pm/vdB

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