Ein Museum für Neuenrade

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Dr. Rolf Dieter Kohl, Heinz-Werner Turk und Klaus Peter Sasse. ▪

NEUENRADE ▪ Ein Museum für die geschichtsträchtige Stadt Neuenrade scheint in greifbare Nähe gerückt. Keine geringeren als Dr. Rolf Dieter Kohl, seines Zeichens Kreisarchivar a. D. und Bürgermeister Klaus Peter Sasse haben ein Konzept für ein städtisches Museum entwickelt, das vier Schwerpunkte aufweist und dabei auch brandaktuelle Stadtgeschichte berücksichtigt. Sasse: „Geschichte beginnt heute“.

Die Sache ist weit gediehen, auch einen denkmalgeschützten, attraktiven Museumsstandort haben Sasse und Kohl schon im Visier. Doch zunächst einmal müssen die beiden noch nach Münster, zum Westfälischen Museumsamt und ihr Konzept präsentieren. Sie hoffen auf eine Förderung. Denn die Mittel seien mehr als knapp, betonte Sasse gestern in einem Gespräch. Geld für Vitrinen und jede Menge anderer Präsentationsmittel muss her.

Wie dem auch sei: Auf zwei eng beschriebenen Din-A-4 Seiten beschreiben Sasse und Kohl ein Museum mit vier Schwerpunkten, das moderne Medien nutzt, Neuenrader Unternehmen einbindet und dem Museumsbesucher Nutzen bringen soll.

So wird die Neuenrader Stadtgeschichte auf der Basis des Stievermannschen Werkes dargestellt. Professor Dr. Dieter Stievermann ist ein Sohn der Stadt Neuenrade und hat ein umfassendes Buch zur Stadtgeschichte geschrieben. Die wesentlichen Entwicklungsschritte sollen anhand des Buches digital aufbereitet werden, sollen via Großbildschirm abrufbar sein. Text- und Bildpassagen soll der Besucher ausdrucken können. Mit eingebunden werden die Neuenrader Schulen. Klare Sache auch, dass die wichtigsten Dokumente zu sehen sind. Dr. Kohl, seines Zeichens Vorsitzender des Geschichts- und Heimatvereins, wird diesen Museums-Bereich dann betreuen.

Dass Neuenrade nun eine Industriestadt mit einer auch rühmlichen Vergangenheit ist, wird nicht vergessen. Dieses Stück Stadtgeschichte (bis in die jüngste Vergangenheit) soll einen weiteren Schwerpunkt bilden. Traditionsunternehmen aber auch erfolgreiche Gründungen aus der jüngeren Geschichte würden im Museum dargestellt. „Auch hier ist vorgesehen, dass Besucher dieser Abteilung sich über die Geschichte der Unternehmen informieren können, gleichzeitig den Internetauftritt des Unternehmens abrufen können“. Gerade junge Leute sollten sich hier auch umfassend in Sachen Berufsorientierung informieren können – und das alles in einem historischen Kontext. Zudem soll auch die wissenswerte Geschichte der Neuenrader Kreditinstitute in dieser Abteilung eine Heimat finden.

Ohne die Anbindung an die Eisenbahnlinie wäre die Entwicklung der Stadt Neuenrade sicher anders verlaufen. Deshalb wurde Eisenbahnexperte Heinz-Werner Turk mit ins Boot geholt. Er ist bereit, die sehr publikumswirksame Geschichte der Hönnetalbahn anhand der umfassenden Exponate zu präsentieren. Und er würde auch diese dritte Abteilung betreuen.

Bleibt als vierter Konzept-Punkt „die Sonderausstellungen“. Drei bis vier Ausstellungen zu speziellen Themen der Stadtgeschichte soll es geben, um das Interesse wach zu halten. Um das Museum kümmern würden sich der Heimatverein, die Stadt und auch die Bürgerstiftung, hieß es. Startpunkt für das Museum könnte 2013 sein. Ein Jahr wird für den Aufbau gerechnet.

Sasse hat das Museum, welches er auch für identitätsstiftend hält, schon vor Augen: „Komprimiert, interessant, händelbar und lebendig“ möge das Museum sein.

Von Peter von der Beck

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