Rettungsbedarfsplan wird Situation angepasst

In Werdohl soll ein zusätzlicher Rettungswagen tagsüber eingesetzt werden. - Symbolfoto

NEUENRADE ▪ Wer außerhalb wohnt hat im Fall der Fälle schlechtere Karten. Denn bis der Rettungsdienst eintrifft, dauert es länger als bei einem Bewohner des Kerngebietes.

Es gibt Regelzeiten, die laut Rettungsdienstbedarfsplan des Märkischen Kreises als Richtlinie gelten. Sollte der Rettungsdienst sozusagen in der Nähe innerhalb von acht Minuten beim Patienten sein, so ist für all jene, die außerhalb wohnen, die Richtzeit zwölf Minuten, sagte Kreispressesprecher Hendrik Klein. Und diese Richtzeiten würden auch zu 90 Prozent eingehalten. Für die Neuenrader Verantwortlichen indes ein nicht haltbarer Zustand, weshalb schon sei längerem sozusagen eine schnelle Eingreiftruppe (Freiwillige) installiert wurde, welche im Zuge von First Responder, dass heißt vom Eintreten des Notfalls, bis zum Eintreffen des Notarztes, die ersten Maßnahmen zum Überleben des Patienten ergreift. Die Mitglieder der Neuenrader Truppe sind ausgebildete Rettungssanitäter. Und sie werden im Fall der Fälle zeitgleich von der Leitstelle alarmiert.

Wie Bürgermeister Klaus Peter Sasse sagte, habe das in der ersten Zeit nicht so gut funktioniert. Vermutet wurde, dass die First Responder-Truppe als Konkurrenz für die Kreisleitstelle empfunden wurde. „Es gab Gespräche“, erläuterte Sasse. „Diese Dinge sind nun ausgeräumt“. Man stehe nun im ständigen Kontakt. Sasse sagte: „Mir geht es ausschließlich um die Menschen.“ Schon unlängst in der Ratssitzung hatte Sasse erklärt, dass das First Responder-System schon einige Leben gerettet habe.

Wie dem auch sei. Auch um die Situation insgesamt zu verbessern, wird nun in Werdohl ein zusätzlicher Rettungswagen aufgestellt, der tagsüber dann zum Einsatz kommt, wenn der andere gerade unterwegs ist. Für Sasse ist das auf jeden Fall „eine Verbesserung der Versorgung“.

Wie Guido Thal, Leiter des Regiebetriebes Rettungsdienst, erläuterte, trage man damit allerdings auch der Tatsache Rechnung, dass die Zahl der Einsätze auf der Lenneschiene und in Neuenrader insgesamt erheblich zugenommen habe. Dabei spiele auch der demographische Faktor eine Rolle. Pflegebedürftige ältere Menschen würden eben auch länger zuhause gepflegt. Da komme der Rettungsdienst vor allem bei internistischen Krankheiten verstärkt zum Einsatz. Auch kreisweit gebe es mehr Bedarf. So habe man zusätzliche „327 Besatzstunden“ beim Rettungstransport für den Entwurf des Bedarfsplanes eingeplant. Die Aufteilung in Kerngebiete und Außengebiete und die entsprechend unterschiedlichen Zeiten erklärte Thal im übrigen mit der unterschiedlichen Bevölkerungsdichte von Stadt und Land.

Am Donnerstag, 7. Juli, entscheidet der Kreistag dann über den Entwurf des Rettungsbedarfplanes. ▪ Peter von der Beck

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