Hönnetalbahn feiert ihr 100-jähriges Bestehen mit großem Fest

NEUENRADE ▪ 100 Jahre alt ist die Hönnetalbahn im Jahre 2012 geworden. Grund genug, dieses Ereignis am Sonntag im großen Stil zu feiern. Dass die Gäste in Scharen Richtung Bahnhof strömten, stellte die Organisatoren, Aussteller und alle Beteiligten mehr als zufrieden.

Von Barcelona nach Carbere, von Carbere nach Kehl, von Kehl nach Frankfurt, von Frankfurt nach Siegen und schließlich von Siegen nach Werdohl – die Fahrkarten, mit denen der Reisende vor langer Zeit die Fahrt aus der spanischen Metropole bis ins Sauerland unternahm, sind lückenlos vorhanden und nur einige der Exponate der umfangreichen Ausstellung, die Heinz-Werner Turk anlässlich der Feierlichkeiten im Neuenrader Bahnhof ausstellte.

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100 Jahre Hönnetalbahn

Ein besonderes Angebot war natürlich die Bahnfahrt von Neuenrade nach Binolen und wieder zurück. Obwohl die Lok, die Dennis Gierskämpen aus Hattingen pilotierte, nicht wirklich historisch war, so war die Reise entlang der Traditionsstrecke doch ein Erlebnis. Die Wagen mit ihren karg wirkenden Holzbänken und das ganze Prozedere weckten vor allem bei den älteren Besuchern längst verblasste Erinnerungen.

Das Jubiläum kam einer Zeitreise gleich und begeisterte Jung wie Alt gleichermaßen. Die Lok der Serie 212, die ihre Passagiere wie eh und je zuverlässig von Neuenrade nach Binolen brachte, feierte immerhin kürzlich ihren 50. Geburtstag, wie der Lokführer zu berichten wusste. Sie sei noch heute im Hönnetal im Einsatz, fügte er hinzu.

Deutlich mehr wusste natürlich Heinz-Werner Turk zu erzählen, der eine umfangreiche Ausstellung präsentierte. „Die Tafel mit den Plänen für den Bau einer Trasse von Neuenrade nach Werdohl ist besonders hoch frequentiert“, sagte Turk, der die vielen interessierten Besucher auf diese außergewöhnlichen Exponate hinwies. Sehr schön sei auch der Vertrag bezüglich des Bahnhofs in Küntrop, den die Küntroper eigentlich nicht haben wollten. Weil Küntrop damals aber zu Balve gehörte, musssten die Küntroper die Entscheidung des Balver Amtmannes akzeptieren.

Die Menschen strömten in Scharen in die Ausstellung, sobald sich die 212er Bahn nicht am Neuenrader Bahnhof aufhielt. Dann tauchten die Besucher in die große Welt der gleisgebundenen Verkehrs- und Transportmittel ein, bestaunten die Baupläne des Neuenrader Bahnhofs, studierten alte Fahrpläne, diskutierten über die Prominenten, die damals zur Eröffnung der Strecke eingeladen wurden und bewunderten natürlich die Sonderzüge, die auf den Gleisen der Hönnetalbahn zu diversen Anlässen fuhren. „Mit so einem Ansturm haben wir nicht gerechnet“, sagte Heinz-Werner Turk.

Sobald sich das Eintreffen des Pendelzugs am Bahnhof ankündigte, flanierten die Menschen Richtung Bahnsteig, zückten ihre Kameras und hielten ihre Fahrkarten bereit. Die Szenerie beim Fest rund um den Bahnhof erinnerte an historische Aufnahmen, als das Reisen noch etwas ganz Besonderes und der Zug eines der wichtigsten Verkehrsmittel war, um große Distanzen zu bewältigen. Die Augen der Jungen und Mädchen strahlten, die Eltern nahmen ihre Kinder an die Hand und versuchten, aus der erste Reihe einen Blick auf den nahenden Zug zu erhaschen.

Von Markus Jentzsch

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