Herbstlicher Hochbetrieb

Reifenwechsel-Zeit: Viel zu tun in den Werkstätten

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Oliver Tyka reinigt in der Werkstatt Posselt & Eifert den Radkranz eines Wagens, bevor er die neuen Reifen befestigt.

Neuenrade - Der Herbst bringt viel Arbeit für die Mitarbeiter in den Autowerkstätten: Zahllose Reifen müssen rechtzeitig vor der großen Kälte gewechselt werden – ein Blick hinter die Kulissen.

Laut und hektisch ist es bei Reifen Linke in Neuenrade. Auf vier Hebebühnen gleichzeitig statten die Mitarbeiter Autos mit Winterreifen aus. „Heute ist ein ziemlich ruhiger Tag“, betont Lars Linke. In anderen Werkstätten ist nicht weniger los.

Auch bei Posselt & Eifert kommen die Mitarbeiter kaum zur Ruhe. „Durch den milden Oktober kommen jetzt viele gleichzeitig zu uns“, erklärt Oliver Eifert.

Oliver Eifert vor der Reifen-Waschanlage.

Trotzdem nehmen sich seine Kollegen für jedes Auto Zeit – auch für Leistungen, die nicht selbstverständlich sind: Die Radnaben werden gereinigt, damit die Reifen besser sitzen und sich im Frühjahr wieder entfernen lassen, außerdem wird bei jedem Fahrzeug noch ein automatischer Spurtest durchgeführt und der Reifendruck kontrolliert.

Für die Kunden, die Wert auf saubere Räder legen, hält der Betrieb eine spezielle Waschmaschine bereit: Gegen einen Aufpreis werden die Felgen vollautomatisch poliert und gepflegt. „Dadurch halten sie länger und werden nicht so schnell wieder schmutzig“, erklärt Eifert.

Der Fortschritt macht vor der Branche nicht Halt

Generell muss der Fachbetrieb mit den neuesten Entwicklungen mithalten, denn der technologische Fortschritt lässt auch die Automobilindustrie nicht kalt. Immer mehr Autos haben ein Reifendruck-Kontrollsystem verbaut, das beim Reifenwechsel angelernt werden muss. Dafür gibt es spezielle Geräte, die sich je nach Hersteller unterscheiden.

Ein kleiner Teil des Lagers von Reifen Linke.

Und jeder Auto-Hersteller hat auch seine eigenen Vorgaben dafür, mit welchem Drehmoment die Räder angeschraubt werden müssen. Die gängigen Reifentypen sind auf Lager, bei spezielleren Kundenwünschen werden sie bestellt. Während einige ihre Reifen von zu Hause mitbringen, lassen die meisten sie in der Werkstatt einlagern.

Das ist auch bei Reifen Linke der Fall. Etwa 1000 Sätze Reifen – also jeweils vier Stück – von Kunden sind dort eingelagert, schätzt Lars Linke, der sich selbst als Mädchen für alles beschreibt. Hinzu kommen rund 7000 Reifen, die im Lager auf ihren Verkauf warten.

Immer mehr Kunden lassen ihre Reifen einlagern

Dass es in nächster Zeit weniger werden, ist eher unwahrscheinlich: Immer mehr Menschen lassen sie einlagern und die Zahl der Kunden geht ohnehin eher nach oben. Deshalb hat Reifen Linke eine vierte Hebebühne angeschafft und ist auf der Suche nach Personal – bislang ohne großen Erfolg. „Die Leute, die uns das Arbeitsamt vermittelt hatte, sind alle nicht gekommen“, berichtet Lars Linke.

Bei Reifen Linke ist derzeit viel los.

Dabei könnte die freie Autowerkstatt gerade jetzt zusätzliche Mitarbeiter gebrauchen. „Im Moment haben wir einen Zwölf-Stunden-Tag“, sagt Linke.

100 Reifenwechsel am Tag seien die Regel. Anders als in vielen anderen Werkstätten, gibt es hier keine Termine. Weil nicht jeder Räderwechsel gleich lang dauere, seien Terminabsprachen ohnehin schwierig einzuhalten, erklärt Lars Linke. Die Kunden müssen dann eben Wartezeit einplanen.

Weil die meisten Autofahrer zweimal im Jahr zum Reifenwechsel müssen – Ganzjahresreifen empfiehlt Oliver Eifert fürs Sauerland nicht – beginnt im Frühjahr die zweite Hochsaison. Dann aber ist es in der Regel deutlich weniger stressig.

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