Babyentspannung auf indisch

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Bei der traditionellen indischen Babymassage sollen die Kinder entspannen und gut einschlafen können. ▪

NEUENRADE ▪ „Wir beginnen auf dem Brustkorb, dann geht es über den Rippenbogen zu den Seiten“, erklärt Hebamme Regina Knieper und zeigt die Massagebewegungen an einer Puppe, die vor ihr liegt. Fünf Mütter und ein Vater sitzen mit ihren Babys auf einer Insel aus Wolldecken und Stillkissen und sind sichtlich gespannt, was sie im Babymassagekurs in der Kita Hummelnest lernen werden.

Es ist warm im Raum, zwischen 26 und 28 Grad liegt die optimale Temperatur für die Babymassage. „Wenn ihr schwitzt, ist es gut“, sagt Regina Knieper lachend. „Bringt euch beim nächsten Mal am besten T-Shirts und kurze Hosen mit.“ Die Babys, die inzwischen nackt auf ihren Decken liegen und mit den Beinen strampeln, scheinen die Temperatur genau richtig zu finden. Die Hebamme hat mehrere Heizstrahler aufgestellt, damit die Kleinen von allen Seiten Wärme abbekommen.

„Reibt euch am besten erstmal die Hände warm“, rät sie den Kursteilnehmern. „Auch das Massageöl sollte im Wasserbad oder auf der Heizung erwärmt werden, damit die Kinder sich nicht erschrecken.“ Alle Körperteile kommen bei der Massage dran. Nach dem Oberkörper streichen die Eltern vorsichtig die Arme von der Schulter bis zu den Händen aus, genauso die Beine von den Oberschenkeln bis zu den Füßen. Nicht alle Kinder mögen es, für die Rückenmassage auf den Bauch gedreht zu werden. „Übt das am besten mal zuhause, meistens gewöhnen sie sich daran“, ermuntert die Hebamme.

Zwischendurch erklärt Regina Knieper den Eltern, welche Öle sie für die Massage benutzen können: „Lavendel wirkt beruhigend, Rose eher öffnend“, weiß die Hebamme. „Mandarinenöl ist auch toll, das wirkt sehr ausgleichend.“ Neben körperlichen Effekten wie einer besseren Verdauung und einem entspannten Schlaf soll die Babymassage vor allem die Beziehung zwischen Eltern und Kind stärken. „Es ist wichtig, sich dabei ganz auf das Baby zu konzentrieren“, sagt Regina Knieper.

In Indien ist die Babymassage eine alte Tradition, ursprünglich stammt sie aus dem Ayurveda. Seit den 70er Jahren ist sie auch hier bekannt, als der französische Geburtshelfer Frédérick Leboyer sie nach Europa mitbrachte. Regina Knieper lernte die Technik vor gut drei Jahren in einer Fortbildung und bietet seitdem Kurse in Neuenrade an. „Mir macht das sehr viel Spaß“, erzählt sie.

Zum Abschluss der ersten Stunde gibt es noch eine kurze Gesprächsrunde, denn der Hebamme ist es wichtig, dass die Eltern die Möglichkeit haben, sich auszutauschen. Und einen Tipp hat Regina Knieper noch für die Kursteilnehmerinnen: „Wir haben ja auch einen Vater dabei, das ist super“, sagt sie. „Wenn der Papa nicht mitkommen kann, zeigen Sie ihm die Übungen zuhause. Dadurch bekommt er auch ein engeres Verhältnis zu seinem Kind.“ ▪ Constanze Raidt

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