Real-berührendes Theaterstück unterhält bestens

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Timothy Peach (im Rollstuhl) und Felix Frenken boten eine herausragende Leistung auf der Kaisergarten-Bühne.

Neuenrade - Das Leben schreibt die verrücktesten Geschichten. Lediglich mit der Kraft der Fantasie auf die Idee zu kommen, einen wohlhabenen Mann in den besten Jahren mit einem Paraglider abstürzen zu lassen und daraus eine Beziehung zwischen einem Querschnittgelähmten und einem Kriminellen zu konstruieren – kaum vorstellbar.

Das Leben schrieb diese Geschichte aber tatsächlich. Das ist Stoff für ein ergreifendes Buch, einen wunderbaren Film und natürlich ein bewegendes Schauspiel. „Der perfekte Start in die Kultursaison“, meinte die Neuenrader Kultur-Fachfrau Monika Arens, die am Sonntagabend rund 500 Gäste im Kaisergarten zu dem Stück „Ziemlich beste Freunde“ begrüßte.

Spannende Charaktere, verkörpert von außergewöhnlichen Akteuren, kombiniert mit dieser wahnwitzigen Story, die mit reichlich schwarzem Humor gewürzt wurde – beste Zutaten für einen unvergesslichen Theaterabend im Kaisergarten. „Keine Arme, keine Schokolade“ – ein mutige Herausforderung, gefolgt vom anschließenden Beweis, dass Freunde auch Körperfunktionen für einander übernehmen können.

Timothy Peach als der an den Rollstuhl gefesselte Philippe und sein Antagonist, der kriminelle Driss, überaus authentisch gespielt von Felix Frenken, könnten von ihrem gesellschaftlichen Hintergrund kaum unterschiedlicher sein. Daraus resultierten aufgrund der hohen Reibung knisternde Momente, die das Publikum herrlich unterhielten, und gleichzeitig Einblicke in die Welt der weniger Erfolgreichen beziehungsweise Behinderten erlaubten. Schwarzer Humor at its best.

Dass sich Menschen anpassen können, nichts festgeschrieben ist, das bewiesen Philippe und Driss auf herzergreifende Art, deren Beziehung sich im Laufe der Zeit zu einer echten Freundschaft entwickelte. Peach und Frenken interpretierten diese beiden Pole unglaublich realistisch und ließen ihr Publikum teilhaben an einer beiderseitig befruchtenden Verwandlung.

Es war eine Geschichte, die nur das Leben schreiben kann – so real, so berührend, so unterhaltend.

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